Woanders ist es auch schön

Die Wissenschaft, das Geld und überhaupt.

Die verehrte Miss Kitty, die bald, da bin ich mir sicher geadelt wird, baut um, baut auf und macht einfach und wir dürfen mit durch das Schlüsselloch schauen.

Heute beginnen, so ließ der Tierarzt mich wissen, beginnen die Olympischen Winterspiele, ich hatte schon wieder vergessen, dass es auch im Winter Olympiaden gibt und war zu nachtschichtmüde, um dem Tierarzt in der Annahme zu widersprechen, dass Kälbchen sich auf dem Eis sicher hervorragend machte. Hervorragend aber ist diese Recherche über das systematische Doping im russischen Staatssport.

Frau Frische Brise weiß etwas über die Liebe und Torten. Beides steht in jeder Hinsicht in einem nicht zu unterschätzendem Zusammenhang.

Herr Buddenbohm hat den Offline-Knopf zum Bloggen gefunden. Man staunt.

Einmal Herzwärme zum Freitag.

Ich hoffe trotzdem, dass bald wieder Drachen fliegen in Lahore

Tierarzt, hast Du Musik für uns? Der Tierarzt tanzt schon die Treppe hinunter, dreht eine Pirouette, wirft sich den Schal um den Hals und summt: aber immer doch. Sollte Kälbchen je auf dem Eise reüssieren, dann zur Musik von Sudan Archives. Well then.

Vergoldeter Dank

DUvVqtmW0AAtekf

Einen goldenen Dank an Sie alle, die so wunderbar mitreißend, Daumen und Tatzen gedrückt hielten, gute Gedanken, ihre Stimmen und überhaupt ihre Großzügigkeit in die Waagschale geworfen haben und dieses kleine Blog vergoldet haben. Ich danke Ihnen allen sehr und von Herzen, denn ohne sie ist dieses Blog ja nur eine Seite Papier im großen, weiten Internet und füllten Sie es nicht mit Leben, dann gäbe es dieses Blog zwar auch, aber nicht als einen Ort an dem man Tee trinkt, die Stirn runzelt, die Augenbraue hebt, lacht und erzählt, die Türen zu schlägt, doch wiederkommt und so ist dieser Preis, ein Preis für Sie alle, die sich einlassen mögen auf andere und vielleicht ungewohnte Perpsektiven auf die Welt und auf ein Leben. Dafür, dass Sie dies tun und damit das Internet selbst zu einem offenen Ort machen, in dem viele Geschichten, Platz haben, dafür kann es gar nicht genug Gold geben.

Oft ist „das Internet“ eine anonyme Riesenmaschine und auch diesem Blog weht immer wieder und immer anders kalter Wind entgegen, denn die Welt bleibt ja nicht außen vor, sondern findet auch hier statt, oft und mit Recht wird darüber geschrieben und geleitartikelt, dass es um Klicks und Werbung und und und und geht, und Blogs ohnehin tot seien, eine Art Fossil angespült an einem fernen Strand, längst überholt und längst überkommen. Aber dann steht während man dort und überlegt sich unter dem Tisch zu verstecken, da trifft man sie, die Erzähler des Internets. Die großartige, wortgewandte Chronistin der Tage und Dinge, die Kaltmamsell, die unermüdlich engagierte Juna , die fabulöse, zupackende und so herzenswarme Notaufnahmeschwester und kaum hat man sich versehen, schon schwatzt mit der so schnellen wie klaren Barbara Bierach aus Sligo und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Geschichten und ihre Erzähler sehr lebendig und sehr, sehr eindrucksvoll sind und ist das nicht auch schon fast eine Geschichte für sich, dass man einem Abend vom Fröhlichen und Heiteren, zum Traurigen und Ernsten wandern und wechseln kann und die Welt mit anderen Augen sieht. Ein Dank von Herzen auch an die Organisatoren, die mit viel Engagement, Zeit und Kraft seit so vielen Jahren, die Blogs zu Wort kommen lassen und ihnen einen ganzen Abend widmen. Diese Arbeit, neben ihrer eigentlichen Arbeit lässt sich kaum in Gold aufwiegen. Danke.

Ansonsten gilt: Danke und wieder und wieder Danke und natürlich was der Bär sagt!

Da ich im gewinnen wirklich keine Übung habe, habe ich das gemacht, was ich seit 318 Tagen und so viele von Ihnen mir gemeinsam tun, nämlich eine Karte für Deniz geschrieben und  vorgelesen, denn darum geht es auch hier und heute, immer wieder an der Freiheit des Wortes festzuhalten:

Berlin, 29-01-2018 ( Karte No.318)

Merhaba Deniz,

ich habe noch nie etwas gewonnen, nicht einmal eine Papierrose auf dem Jahrmarkt, aber was man nie gewonnen hat, kann man nicht verlieren. Ich bin Meisterin im Verlieren. Gäbe es eine Olympiade ich wäre immer Erste. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ich selbst in den Mänteln ohne Taschen noch immer Worte eingenäht habe. Es ist seltsam pathetisch dies zu sagen, aber und man sieht es am deutlichsten blickt man vom Verlieren her, die Wörter erweisen sich am Ende und leider niemals am Anfang als hartnäckiger als alles Andere. 1000 und eine Nacht sprach Sherezade, noch immer gibt es die Zettel, die Briefe fast alle reißen mitten im Satz ab, die Männer und Frauen aus den Deportationszügen warfen, noch immer erzählen Mütter ihren Kindern, Geschichten, die sogar Monster unter den Betten vertreiben, noch immer werden Liebsbriefe geschrieben, meist zu später Stunde, in jedem Einkaufszettel lässt sich Goethe finden und wenn die „Hängt Sie alle auf-Schreier doch nur wüssten wer Karl Kraus wäre, dann da bin ich mir sicher, verstummten sie sofort und Karl Kraus gäbe nicht nach.

So schnell, wie man in ein Wort hineinfällt, so schwer ist es vergifteten Wörtern zu entkommen, jedes Wort hat seinen Preis und ob ein Wort zu spät kommt, weiß man immer erst hinterher oder man ist Harry Heine. Es gibt Wörter, die machen Seitenstechen vor Lachen und es gibt Wörter, die hören niemals auf weh zu tun. Jedes Wort hat Abgründe, einen doppelten Boden, klingt im Sommer anders als im Januar und auch deswegen fürchten sich Diktatoren so vor dem Wort, so vor Menschen, die wie wir hier alle heute Abend, um das Wort ringen, ob in 140 Zeichen oder 2000 Worten, alle hier setzen Worte aus mitten in die Landschaft und die Wörter laufen los, und man glaubt es nicht, aber die Furcht vor den Wortern, vor Postkarten, Liedern, Kochrezepten, Anleitungen für schöne Wimpern, und das Liebesleben der Oktopusse ist schon genug, damit sie zittern und die Worte versuchen zu ersticken, aber schon pfeift einer das nächste Lied und die persische Prinzessin liest auf den Zinnen ein langes Epos vor und der Armeegeneral träumt von langen Fliegenbeinwimpern, während er doch eigentlich Armeen gegen Wörter ins Feld führen soll und so gewinnen am Ende immer die Wörter, auch wenn das Warten einen so bange macht, so unruhig, schon kommen die Wörter, jeden Tag werden die Wände von Silvri und all den anderen Gefängnissen, dünner, immer werden die Wörter lauter und still und einsam wird es um die Diktatoren, die nicht verstanden haben, dass ein Echo immer weiter reicht, noch das kleinste Schlüsselloch brechen die freien Wörter herein. Deniz, die Wörter hören nicht auf und die Freiheit, die Freiheit, die kommt.

Immer herzlich,

Ihr,

Fräulein Read On

Goldene Bananen

Liebes Internet, liebe Freunde, verehrte Feinde,

heute Abend legt Berlin sich ein goldenes Mäntelchen um und verleiht die goldenen Blogger. Ich habe noch nicht einmal auf dem Jahrmarkt eine Papierrose gewonnen und dafür habe ich schon Schlüssel verloren, von denen man gar nicht wusste, dass es sie eigentlich gibt. Ich bin und bleibe auch heute Abend das seltsame und reichlich katastrophale Fräulein Read On. Aber ich freue mich, wenn Sie mir winken und winke zurück. Die mit der Banane, die bin ich und wenn Sie die Banane nicht sehen, aber dafür ein Shetlandpony, dann bin das auch ich.

Zusehen kann man hier ab 19 Uhr kontinentaler Zeit. ( Kälbchen, Hund, Katze und Tierarzt, bitte ab 6 Uhr einfinden!)
Wer gewinnt weiß keiner, aber verlassen Sie sich drauf, verlieren kann ich wie kein Zweiter. Abstimmen kann man wohl hier wohl hier und nominiert ist das seltsame Fräulein Read On für diesen für diesen Text und für dieses Blog als solches. Sprich, Sie alle, die dieses Blog mit Leben füllen, sind heute nominiert und ich freue mich sehr, dass Sie alle hier sind.

Mehr Bananen und immer mehr Liebe und von Herzen Dank dafür, dass Sie hier sind. Sie sind aus gold und ich Immer Ihr

Fräulein Read On

Photo on 29-01-2018 at 13.54 #2.jpg

Woanders ist es auch schön

Besonders schön ist dieses Lächeln, einfach so.

Liisa liest und kommentiert ihre Bücher des Jahres.

Volker Kutscher und Kat Menschik sprechen über ‚Moabit‘ ihr neues gemeinsames Buch und das Berlin der Zwanzigerjahre.

Die Odenwälderin und ihre Berichte aus Badisch-Sibirien seien Ihnen sehr ans Herz gelegt.

Wie weit reicht die Freiheit des Internets?

Im Inneren der Flüchtlingslager auf aller Welt.

Warum es Bibliotheken braucht. Ein texanisches Beispiel für das 21. Jahrhundert.

Der Tierarzt findet, dass Damien Dempsey auch in Berlin ziemlich gut geht. So sei es.