Nicht alle Helden können ein Smartphone sein.

Am Abend sitze ich in der S-Bahn. Einen Wäschekorb voller Äpfel habe ich zum Bahnhof getragen, auf dem Bahnsteig traf ich meine liebe C. Für eine Minute und dreißig Sekunden umarmte ich meine liebe C. Seit langen Wochen habe ich zum ersten Mal wieder das Gefühl sicheren Boden unter den Füßen zu haben. Solche Arme hat meine liebe C. Dann muss die liebe C. wieder in den Zug einsteigen, ich schiebe den Äpfelwäschekorb hinterher und winke ihr auch noch, da ist der Zug schon weitergefahren und ein bisschen seltsam sehen die Leute auf dem Bahnsteig mich an, dass ich einem Zug hinterherwinke, der schon längst abgefahren ist. Dann laufe ich zurück zur S-Bahn und als die S-Bahn kommt, krame ich kein Buch aus der Tasche, sondern ich will mich wenigstens bis ich den kleinen Vorort der großen Stadt Berlin erreiche an den Armen meiner lieben C. festhalten. In der S- Bahn liest ein Mann vertieft die BILD-Zeitung. Eine Frau korrigiert mit ihrer Pinzette ihre Augenbrauen, ein zweiter Mann öffnet eine Flasche Bier. Plopp macht der Deckel und der Deckel rollt auf den Boden. Der Mann trinkt schmatzend aus der Bierflasche. Aber einmal stört mich das alles nicht, denn solche Arme hat meine liebe C.

Links von mir sitzt eine Familie. Es ist wie im Bilderbuch. Mutter, Vater und zwei Kinder. Die Stimmung aber ist nicht wie im Bilderbuch. Die Eltern nämlich sind bewusste Eltern, die Kinder kauen keine Schokolade oder lutschen Bonbons, sondern die Eltern kramen in dem Rucksack nach einer Dose und in der Dose ist undefinierbares: weiße Kugeln vielleicht aus Hirse, weiße dünne Plättchen, die aber keinesfalls Kekse sind und dann krümelige, weiße Brocken, die aussehen als wäre ein Rigipswand explodiert. Ich bin wirklich erstaunt, dass es sich bei dem Inhalt der Dose um Essbares handelt. Die Stimmung der Familie ist aber, schon vor der Dose angespannt. Ein Kind heult, das andere reißt am Rock der Mutter und alle sind genervt und irgendwie angetrengt und jetzt muss es die Dose retten, aber die Dose hat ja keine Schokolade oder Bonbons, die immer retten, wenn es zu retten gilt, sondern nur die Auswahl weißer Papiermaché-Teilchen. „Aber ordentlich essen, sagt die Mutter“ zu den Kindern und stellt die Dose zwischen die Kinder auf den Sitz. Die Mutter atmet durch und der Vater zieht ein Smartphone aus der Hosentasche und dann erklärt er seiner Frau irgendetwas und ich brauche einen Moment, bis ich realisiere, dass er ihr erklärt, dass eine Email fast das gleiche sei wie eine SMS. „Unbgrenzte Zeichen“, sagt er und sie sagt ja, ja wie Frauen immer ja, ja sagen wenn Männer über Autos, Fußballlergebnisse oder überhaupt Dinge sprechen, die niemanden interessieren. Sie holt derweil eine Broschüre über eine Nachbarschaftsinitiative aus dem Rucksack und will ihm vorlesen, was die Broschürenmacher aufgeschrieben haben, aber die Kinder und hatte sie nicht gesagt: „Ordentlich Essen“, bekommen Streit, wer ein weißes Kügelchen essen darf und für wen die Rigips-Krümel bleiben. Es folgen Handgemenge, Geschrei und in hohem Bogen fliegt die Dose hoch in die Luft, dreht sich einmal um die eigene Achse, um polternd auf den Boden zu fallen. Über Vater, Mutter und zwei Kinder liegt jetzt weißer Krümelschnee, weiße Brocken liegen auf Boden, Sitzen und auf der Broschüre. Die Frau ohnehin schon angespannt, ist den Tränen nah: Eine Katastrophe, schluchzt sie, alles hinüber, heult sie , und sieht schreckensstarr auf die Krümelberge, die Kinder sehen betreten auf den Boden und versuchen die weißen Brocken mit den Füßen wegzuschieben. „Alles deine Schuld“, „nein Deine“, „Doch“, Gar nicht“, neue Handgemenge, nur der Mann noch immer über das Smartphone gebeugt, erklärt noch immer wie genail die Sache mit der E-Mail sei. Die Frau hat genug gehört und die Sache mit der umgekippten Dose geht jetzt bedenklich ins Grundsätzliche: „Immer lässt Du mich hängen“ schluchzt sie und er sagt ausgerechnet: Gleich, nur einen Moment noch.“ Sie weint inzwischen und die Kinder heulen mit. Endlich legt er umständlich das Smartphone weg. Dann knien sie beide auf dem Boden und suchen der Krümel Herr zu werden, dabei aber zischen sie sich gar nicht so biologisch und nachhaltige Gemeinheiten zu. „Du nervst mit deiner Hysterie“, sagt er.

„Du bist so unsensibel“, faucht sie.

Die Kinder weinen weiter.

„Hysterisch“

„Unbelehrbar“

„Überspannt“

„Super-Egoman“

Wären noch Hirsekügelchen da, ginge das mit dem Beziehungsflummisvorwurfspiel noch viel besser. Aber die Hirsekügelchen sind ja alle längst zerdrückt.

Dann erreicht der Streit jenen neuralgischen Punkt, an dem man entweder die Kurve bekommt oder sich Sachen sagt wie: Am Baggersee habe ich mich deiner Schwester geknutscht“ oder „ich esse zweimal in der Woche heimlich bei McDonalds“ und das nächste Mal sieht man sich dann beim Scheidungsanwalt.

Dem Mann, der eben noch die Frau hysterisch schalt, sieht sich diesem Moment gefährlich nah gekommen und jetzt sucht er nach dem rettenden Ausweg, und dann fällt ihm das Smartphone ein:

„Das mit der Dose war das Smartphone“ sagt er zu der Frau. „Die Strahlung macht uns alle nervös.“

Seine Frau nickt und wischt sich die Tränen ab: „Ganz genau, pflichtet sie ihm bei: „das ist das Smartphone gewesen, die Dinger machen wirklich alles kaputt.“

„Ganz wuschig ist mir geworden“, sagt der Mann.

„Mir war auch ganz schwindelig“, sagt sie.

Dann schaufeln sie die Krümel in eine Tüte und die Kinder hören auch auf zu schluchzen. „Das Smartphone“ sagt er bestimmt, wird jetzt weggesperrt und dann legen seine Frau und er das Telefon in die ja jetzt leere Dose und sie macht den Deckel ganz fest zu.“ Die Dose wird in den Rucksack verbannt und der Rucksack wird auch fest verschlossen. Dann nimmt der Mann die Hand seiner Frau und die seiner Kinder, in die Seine: „Das Smartphone ist zu und wir haben unsere Ruh“, ruft er und die drei stimmen begeistert ein.

Dann muss ich aussteigen und denke wie gut es ist, dass inzwischen auch die Samrtphones so schuld sein können, wie einstmals nur die Schweigermütter, und dieses Smartphone, ein wahrer Ritter im Handyformat, das soll hier nicht verschwiegen werden, hat gestern Abend in der S7 eine Ehe gerettet. Das Smartphone, könnte man sagen, hat ähnliche Kräfte wie die Arme meiner lieben C.

Herr Müller kommt nicht mehr zurück.

In der kleinen Stadt in der meine Großmutter und auch mein Großvater lebten gab es nicht nur den alten Kirchturm und das Rathaus mit dem Renaissance-Giebel, die Poliklinik und die Praxis meiner Großmutter am anderen Ende des Marktplatzes gelegen, ein Gymnasium und altes Kopfsteinpflaster, sondern auch Außenseiter. Meine Großeltern zählten zu ihnen, sie waren die Juden des Ortes, das sagte man aber nicht laut, sondern hinter vorgehaltener Hand und noch heute, gehe ich über den Marktplatz sprechen mich manchmal Einwohner der kleinen Stadt an: „Sie sind doch die Enkeltochter der Frau Judendoktor, nicht wahr? Manchmal riefen die viele Kinder der kleinen Stadt: „Brennt der Jude/ rappelts in der Bude.“ Aber meine Großmutter verzog nur die Lippen zu einem Lächeln, von dem man niemals wusste, ob es spöttisch oder traurig war und ging weiter. So war das in Deutschland und auch in jenem Deutschland, das für sich befand antifaschistischer Schutzwall zu sein. Mein Großvater leitete den Chor und die deutschen Frauen, die dort aus dem Gotteslob sangen, verliebten sich in den schmalen Mann mit den traurigen Augen. „Der Jude hat etwas“ sagten die Frauen und mein Großvater der niemals lächelte, sah den Frauen nicht hinterher.

Im Kirchenchor sang auch Richard Müller. Er war der einzige Mann, Lehrer für Musik am örtlichen Gymnasium und schwul. Das wussten alle Menschen in der kleinen Stadt und sie ließen Richard Müller wissen, dass sie es wussten, denn wenn auch alle Menschen, sahen sie Richard Müller, ganz besonders überdeutlich sagten: „Guten Tag, Herr Müller“, so nannten sie ihn, kaum wandte er sich ab  niemals anders als „Sweety Müller“. Die Mütter, die im Kirchenchor Richard Müllers voluminösen Bariton lobten, verwarnten ihre Kinder niemals, aber wirklich niemals auch nur das leiseste Wort mit Sweety Müller zu wechseln. Denn Sweety Müller täte in seiner Wohnung über dem Konsum Dinge, die so schrecklich wären, dass sie am Besten gar nicht ausgesprochen würden. Sweety Müller täte mit kleinen Buben noch viel schlimmere Dinge als die Juden, die ja auch Kinder fräßen. ( Aber das durfte man nicht mehr laut sagen.)

Im Gymnasium der kleinen Stadt hatte Richard Müller Disziplinprobleme. Denn die Mädchen kicherten sobald Richard Müller das Wort Flöte in den Mund nahm hemmungslos und die Buben schrien „Sweety, sweety Müller“, wenn immer der Lehrer sich ihnen näherte, warfen die Notenblätter aus dem Fenster und wann immer Herr Müller das Klassenzimmer betrat, war eine Schmiererei an der Tafel angebracht, die zwei kopulierende Strichmännchen zeigte: Sweet stand unter der Zeichnung. Immer wieder beschwerten sich Mütter und Väter über den Musiklehrer und fürchteten um die Unversehrtheit ihrer Söhne.
Eines Tages aber wurde Richard Müller in Begleitung eines Mannes auf dem Marktplatz mit seinem hohen Kirchturm gesehen. Die vielen Kinder des Ortes riefen: „Küssen, Küssen“ und am Ende des Tages klingelte Richard Müller bei meiner Großmutter. Er blutete aus der Stirn und meine Großmutter ging mit ihm hinüber in die Praxis und nähte die Platzwunde und klammerte die geplatzte Augenbraue. „Herr Müller, sagte meine Großmutter, kann ich etwas für sie tun?“ Herr Müller schüttelte den Kopf. „Er sei nur unglücklich gefallen.“ „Jetzt müsse er auch los, denn sein Bruder sei zu Besuch.“ Aber meine Großmutter wie alle Bürger der kleinen Stadt wussten, dass die Männer des Ortes, Richard Müller „eine verpasst hätten“, damit er nicht noch mehr solche „warmen Brüder“ hier anschleppte. Im Kirchenchor waren die Frauen sehr besorgt um Richard Müller mit der schönen Baritonstimme. So vergingen die Jahre und Richard Müller blieb Sweety Müller. Eines Tages als Richard Müller die Tür zum Klassenzimmer öffnete, hatte sich die Buben die Münder rot geschminkt und spitzten die Münder zum Kuss: „Sweety, sweety Müller, küss mich doch, wenn du dich traust.“ Richard Müller verließ schweigend das Klassenzimmer.
Wieder klingelte Richard Müller bei meiner Großmutter und saß in ihrem Sprechzimmer, hinter dem Schreibtisch meiner Großmutter hing das Bild von Magnus Hirschfeld, den der Direktor der Poliklinik für einen Klassenfeind hielt und wahrscheinlich war Richard Müller der einzige, der Magnus Hirschfeld als den erkannte der er war, einen brillanten Arzt und Vorkämpfer für die Rechte sexueller Selbstbestimmung und der Entkriminalisierung von Homosexualität. „Ich brauche ein Rezept“, sagte Richard Müller zu meiner Großmutter.

„Was brauchen Sie für ein Rezept Herr Müller?, fragte meine Großmutter.

Ich brauche ein Rezept gegen diese Krankheit“, sagte Herr Müller und zeigte zwischen seine Beine.

Meine Großmutter von der ich doch alle Worte habe und die niemals auch nur um ein einziges Wort verlegen war, sah Richard Müller schweigend an. Dann sagte sie all die Dinge die man so sagt: Dass er völlig in Ordnung sei, so wie er sei, dass Homosexualität doch, aber Richard Müller wollte ein Rezept gegen ein Leben, das ihm nicht aufhörte wehzutun, ein Rezept gegen die johlenden Kinder, gegen das „Einen wunderschönen, schönen guten Morgen Herr Müller, gegen die grinsenden Männer mit der Faust in der Tasche. Meine Großmutter hatte kein Rezept, sie suchte ja selber vergeblich gegen ein Rezept für die Schmerzen von Auschwitz. Lange saßen sie da, meine Großmutter und Richard Müller und der schweigende Magnus Hirschfeld an der Wand schwieg mit ihnen. Dann ging Richard Müller: „Danke Frau Doktor.“

Zwei Wochen später fand eine Nachbarin Richard Müller auf dem Wäscheboden.

Richard Müller hatte sich erhängt.

Kreischend stand sie auf dem Marktplatz: „Sweety Müller ist tot.“

Die Frauen heulten, die Männer sagten sie hätten es ja gewusst, dass es kein gutes Ende nehmen würde mit Einem wie diesen. Die Kinder johlten und wollten die Leiche des „warmen Bruders“ sehen.

Zur Beerdigung Richard Müllers kamen allein sein Bruder und meine Großeltern. Noch heute aber und längst gibt es schwule Paare in der kleinen Stadt, raunen die Bürger, wann immer ihnen jemand merkwürdig erscheint: „Ganz wie Sweety Müller.“

 
Heute am 30. Juni 2017 hat der Bundestag die „Ehe für Alle.“ beschlossen und auch wenn es keine späte Gerechtigkeit mehr für Richard Müller gibt, so gibt es doch ein Unrecht weniger.

As an exception in German: Perlweiße Zähne

Schon in der Schule wurden der V. nur die besten Aussichten prophezeit. Nein, besonders klug ist die V. schon damals nicht gewesen. Eine gewisse Fähigkeit zum auswendig lernen kam ihr zu Gute, ein freundliches Gemüt und rostbraune Locken, die sie sich um den Zeigefinger wickelte, um sie dann blitzschnell und unverhofft zurückschnellen zu lassen.Die V. sagte nicht dümmere Sachen als andere, lachte nie zu laut oder zu leise. Sie war mit allen gleichermaßen befreundet und nur mit der F. glaube ich für ein paar Wochen zerstritten. ( Anlass war ein Lacoste Tenniskleid, das die V. in der Auslage eines Schaufensters bewundert hatte, bevor es die F. am nächsten Morgen trug. Aber das wiederum ist eine andere Geschichte.)  Bewundert und beneidet gleichermaßen wurde die V. schon damals allein wegen ihrer ebenmäßigen und perlweißen Zähne. Ein Gebiss hatte die V. das makelloser nicht hätte sein können. Ein Gebiss aus dem Dentistenträume gemacht sind, ebenmäßige, glatte und so schneeweiße wie feste Zähne hatte die V.  Es ist ganz und gar nicht übertrieben zu sagen, dass die Zähne der V. schlichtweg glänzten. Die V. war sich dessen schon immer bewusst. In den Schulpausen, ich habe es selbst gesehen, überprüfte die V. ihr Gebiss in einem eigens dafür mitgebrachten Taschenspiegel und besah sich auf das Genauste ob die Zähne noch ihrem Ruf entsprächen. Erst wenn der Zahnschmelz zu ihrer Zufriedenheit funkelte, steckte sie befriedigt nickend den Spiegel zurück in ihre Tasche. Die D. erzählt, die V. habe ihr ergebene Buben sogar gegen eine kleine Gebühr ihre Zähne befühlen lassen. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, damals bin ich schon nur noch sehr selten zur Schule gegangen. Fakt aber was, wenn die V. lächelte, langsam und gekonnt, ihr Lächeln war immer erst vorsichtige Andeutung bevor es sich dann in vollem Glanz entfaltete. Lächelte die V. dann aber, hielten wir alle, die Welt selbst eingeschlossen den Atem an. Von einer solchen Schönheit waren die Zähne der V. Später dann, hat die V. es ist wenig überraschend einen Zahnarzt geheiratet. Es war so erzählte mir der B. einmal Liebe auf den ersten Zahn gewesen. Überall in der Praxis habe der Zahnarzt, Plakate mit dem Gebiss der V. aufgehängt. Dies, so der B. habe die erfolgreiche Praxis zu einer überaus erfolgreichen werden lassen und den Zahnarzt und Ehemann der V. bewogen einen weiteren Kollegen einzustellen. Zwei Kinder hätten die V. und ihr Zahnarzt ebenfalls bekommen. ( Über die Beschaffenheit der Zähne der Kinder, ist jedenfalls dem B. nichts Näheres bekannt.) Der neue Kollege habe sich als überaus verständig erwiesen, um nicht zu sagen: als sehr begabt. Die Begabung des jungen und talentierten Kollegen aber habe sich nicht auf die Extraktion von Zähnen beschränkt, sondern sehr bald sei der junge Kollege auch der V. und ihrem Gebiss verfallen.  Der Ehemann der V. habe von alldem nichts mitbekommen, sondern sich weiter an der V., ihrem Gebiss und dem durch den jungen Kollegen möglich gewordenem Tennisspiel erfreut. Der junge Kollege, aber nicht nur verliebt in die Zähne der V. sondern auch mit dem Hunger nach Erfolg begabt, eröffnete erst kürzlich im nicht weit entfernten Nachbarort eine Dependance. An den Wänden prangten, die glänzen, strahlend-weißen Zähne der V. in großformatigen Aufnahmen. Das Unglück oder die Karies, wie man so will, führten nun einen Patienten des Zahnarztes in die Dependance des so jungen wie begabten Kollegen. Dort traf er auf dem Behandlungsstuhl gurgelnd auf die schon bekannten Bilder des schönsten Gebisses der Welt. Bald darauf wusste es der Zahnarzt, dann der ganze Ort. Es ist noch nicht klar, ob die Ehe der V. zu retten sein wird, von einem Ultimatum des jungen Kollegen ist die Rede, schwerer aber noch als die eheliche Untreue, so der B. wiege für den Zahnarzt der Verrat am Exklusivrecht der Gebissfotografien. Der Junge Kollege verweigere die Herausgabe der Aufnahmen und hätte sich sogar erdreistet sich auf einen intimen, einzig mit der V. geteilten Moment zu berufen. Die Auseinandersetzung hält an. Die V. hingegen sei schmallippig geworden, sagt der B. Bei ihrer Begegnung am Flughafen hätte sie ihre perfekten, weiß schimmernd, perlweiß glänzenden Zähne nicht ein einziges Mal gezeigt.