Read On.

Woanders ist es auch schön.

Bekanntlich war ich berüchtigte Katastrophenschülerin und Lehrer warfen mir von jeher nur diesen speziellen Blick zu, den sie im Lehrerseminar ausführlich trainieren und der sagt: „Niemals wird dich auch nur jemand zum Blumen gießen beschäftigen Du Taugenichts, Du.“ Ich kenne diesen wirklich Blick sehr gut. Der Biologieunterricht indes, den über Jahre eine ältliche Matrone gab ausgezehrt von langen Jahren hinter dem Katheder, und dem ausgestopften Wiesel hinter ihr, zeigte in endloser Abfolge Dias von Insekten auf einem schnarrenden Apparat, der oft heißlief und die Dias anschmorte. Dann musste der Physiklehrer kommen und helfen. Der Physiklehrer nannte den Dia- Apparat ’sein schönes Mädchen‘ und die Biologie-Lehrerin errötete. Wir schüttelten uns und niemand von uns wagte zu auch auch nur davon zu träumen, dass in einem anderen Land und in einer anderen Schule eine Lehrerin wie Frau Croco, die Würmer  zu den Schülern bringt und das ist schon sehr, sehr gut und unvergesslich und lernen können auch noch Katastrophenschülerinnen wie ich etwas. (Ich bin mir sicher Frau Crocos Postfach im Lehrerzimmer ist voller Liebesbriefe.)

Berlin hat viele Seiten und leider auch einen Möbelstrich  Oy vey.

Als nunmehr allerletzter Mensch der Welt habe auch ich Didier Eribons Buch „Rückkehr nach Reims“ gelesen. In die Magengrube fährt einem dieses Buch, denn es ist unversöhnlich und nur sehr wenigen Menschen gelingt wohl der Blick des Chirurgen auf seine Eltern. Hier gibt es eine mich sehr nachdenklich gestimmt habende Rezension  und auch das schon ältere Interview mit Eribon ist schon sehr lesenswert, denn es zeigt, dass auch Eribon im Grunde nicht weiß, warum seine Mutter Front National wählt und es ist sicher an der Zeit die liebgewordenen Gewissheiten der französischen Linken, dass es so schlimm schon nicht kommen werde, mit der Realität abzugleichen.

Henrietta Street ist eine Straße in Dublin, die direkt ins 18. Jahrhundert führt, selten legt sich die Geschichte so wie dort wie ein Mantel um die Schultern und wie diese Vergangenheit aussah und warum es Erinnerungsorte braucht, will dieses Museum zeigen.

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Henrietta Street, Dublin

Dieses Gedicht wieder und wieder und noch einmal gelesen.

„Wirklich“ sagt Schwesterchen zu mir am Telefon. Du kannst nicht immer nur völlig erratische Musikstücke empfehlen. Niemand will ständig Rachmaninoff hören.“Ach so, sage ich“ und sage es schnippisch und mit hochgezogener Augenbraue, die Schwesterchen leider nicht sehen kann. Schwesterchen ist ungerührt. Erinnerst Du dich noch wie Du damals dem B. der übrigens wirklich in dich verliebt war, Schumann ans Herz gelegt hast? „Habe ich nicht, sage ich, „sondern ich habe dem B. damals eine Debussy Bearbeitung von Debussy ans Herz gelegt. „Und sagt Schwesterchen, hat er dich noch einmal angerufen?“ Ich schüttle den Kopf. „Siehst Du“ triumphiert Schwesterchen und lacht. Dann pfeift sie doch tatsächlich dieses Lied. „Ich dich auch, Schwesterchen, ich dich auch“, sage ich und lege auf.

Ein Abschied, kein Wiedersehen

Für gute drei Stunden sah ich nur deinen Mantel. Hellgrau, mit blauen Fäden durchwirkter Stoff, an das Muster kann ich mich nicht mehr erinnern, nur an das Blau in deinem Rücken. Kornblumenblau aber ich mag mich täuschen. Dein Haar reichte bis an den Kragen aber nicht ein einziges Mal fuhrst du dir mit der Hand durch die Haare. Nicht ein einziges Mal aber drehtest du dich um und für gute drei Stunden überlegte ich immer einmal wieder was du wohl für ein Gesicht haben würdest. Hornbrille, Sommersprossen und einen rötlichen Bart? Lange Wimpern, einen scharf geschnittenen Mund und weit in die Stirn fallende Locken? Kieselsteingraue Augen, Schnurrbart und hochgezogene Augenbrauen? Dann endlich schob eine Frau einen Wagen mit Kaffee und Keksen durch den übervollen Zug und ganz plötzlich, völlig unerwartet drehtest du dich um. Ich sollte mich in allem irren. Kein Bart, nicht einmal dunkle Schatten auf den Wangen. Die Haare sandfarben und glatt. Deine Augen nämlich waren blau, aber Kornblumenblau waren sie nicht. Ein verschattetes Blau lag in deinen Augen. Ein Blau wie man es manchmal in Italien oder überhaupt im Süden sieht, wenn die Sonne eigentlich schon ihren Zenit überschritten hat, aber noch immer grell und gleißend über dem Himmel liegt, der sich selbst blendend vor der Sonne schützt. Dies war das Blau deiner Augen. „Gefällt Ihnen was Sie sehen?“ fragtest du mich. Ich hatte wohl sehr offensichtlich deine Augen in Beschlag genommen. „Wollen Sie mir gefallen?“ fragte ich dich. „Unbedingt“ sagtest du. Ich lachte. Du bliebst ganz ernst. „Gefalle ich Ihnen?“, fragtest du mich wieder, als ich mein Lachen wieder einfing und mir in meine Manteltasche schob. ( Dunkelrot, mit weiten Taschen.) Ich zuckte verlegen mit den Achseln. „Was würde das ändern?“ Du klangst sehr sicher: „Alles.“ Wieder musste ich lachen und wieder dauerte es bis das Lachen wieder im Mantel verschwand. „Niemals“ sagte ich dann zögernd, gegen deine Überzeugung“ ändert sich alles durch bloßes Gefallen.“ „Sie haben es in der Hand“ sagtest du.“ „Zeigen sie mir Ihre Hände“ bat ich dich. Du hieltest mir die Hände hin. Schmalgliedrige Finger, sorgfältig geschnittene Fingernägel, am Daumen der rechten Hand eine sichelförmige Narbe und bläulich schimmernde Adern liefen über deine Handrücken hinweg. „Arzt?“ fragte ich dich und strich dir einmal und wie ich hoffte beiläufig über die Fingerspitzen. Nun aber kam das Lachen zu dir und ich stahl dir ein bisschen davon und schob es mir in die Manteltasche. Für später. „Privatdetektivin?“, gabst du zurück. „Nicht einmal aus der Hand lesen kann ich“, sagte ich und gab dir deine Hände zurück. „Schade“ sagtest Du und ich weiß bis heute nicht, ob du meinen Beruf oder deine Hände meintest. „Wie heißen Sie“, wolltest Du wissen. „Man nennt mich das Fräulein Read On“ erwiderte ich und Sie, wie heißen Sie?“ „Man nennt mich „Herr Doktor“ sagtest Du und wir mussten lachen und das Gelächter wechselte die Manteltaschen und flog zwischen uns hin- und her. Zwischen uns drängten sich Reisetaschen, Zehenspitzen, ein hechelnder Spaniel, ein schwitzender Schaffner und wieder die Frau mit dem klirrenden Wagen. „Ich weiß noch immer nicht, ob ich Ihnen gefalle“, sagtest du und ich schüttelte den Kopf: „Alles zerreißen die Wörter“ sagte ich und ich sah auf deine Hände und dann wieder in deine blauen Augen, die weder kornblumenblau noch blau wie der Enzian sind. „Nein sage ich, Sie haben nichts Gefälliges an sich, aber bestimmt ist in ihren Augen schon mehr als einer ertrunken.“ Du bliebst ganz stumm und ich hielt den Atem an bevor du dich zu mir herüberlehntest „Eh die Träume rosten und brechen/ laß die Geliebten darauf hinunterfahren/ Die Großen und die Kleinen/ in den Grauen Mänteln / schaut her / die helle Bahn, das Eis.“ Dann hielt der Zug. Im Vorübergehen fast schon eilig, legtest du deine Lippen auf meine Schläfe. Der blaue Schatten auf deinen Wangen war das letzte was ich von dir sah. Später ich stand noch immer im Zug, suchte ich in meinem Mantel nach deinem Lachen. Ich fand einen dünnen Band in der Tasche. Gedichte von Ilse Aichinger hattest du mir untergeschoben und eine Nummer nicht unter dem Eis, wohl aber unter dem Gedicht „Winterfrüh“ gelassen. Eine Woche später und wieder auf einem Bahnhof stehend, rief ich dich an. Eine Frauenstimme ging an den Apparat. „Liebling“ hörte ich sie rufen, ein Fräulein Read On will dich sprechen.“ Da hatte ich schon lange aufgelegt und in dem Gedichtband mit dem blauen Lesezeichen blätterte ich nur dann und wann einmal flüchtig, nur ihm schnell wieder zur Seite zu legen. Aber heute, als ich vom Tod Ilse Aichingers las, sah ich sie vor mir deine dunklen, blauen Augen, nicht meerblau, nicht kornblumenblau, kein aquamarinblau, sondern ein seltener Schatten, vielleicht sogar ein wenig Rost von alten Träumen mag darunter gewesen sein und ich erinnere mich an einen Satz Ilse Aichingers, der mir zu dir doch nicht aus dem Kopf gehen mag:“ Es wär ja leichter, wenn alles mit dem Abschied begänne und mit einem Wiedersehen aufhörte“, denn so gerne hätte ich dich noch einmal angesehen, und mit diesem Abschied einen Anfang oder wenigstens den Beginn eines dunkelblauen, grau-durchwirkten Wiedersehens, vielleicht an einem eisigen Tag an hellem Sand gemacht.

„Winterfrüh“ aus Ilse Aichinger s Gedichtband, Verschenkter Rat und ein Nachruf auf die Dichterin der stillen Töne.

Schon wieder Mosebach

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Mit mir und Martin Mosebach ist es so eine Sache. „Was davor geschah“  habe ich mit Begeisterung und großem Staunen darüber gelesen, dass ein deutscher Gegenwartsautor so federleicht und so groß über die Liebe schreiben kann, dass vergisst man ja immer schnell unter dem dicken Blei artifizieller Gesellschaftskritik, die deutsche Literatur oft so sterbensöde macht. Das „Blutbuchenfest“ habe ich gern gelesen, auch wenn die Figuren mir weithin fremd blieben und dennoch die Szenen auf dem Land und die erste blutige Hochzeit haben mich sehr beeindruckt.  „Das Bett“ Mosebach’s erster Roman in dem ein Jude viel Zeit im Federbett verbringt, habe ich abgebrochen. Sollte das ein Versuch sein, dass Klischee zu ironisieren? Ich weiß es nicht, aber deutsche Ironie in jüdischen Fragen macht mich selten heiter. „Westend“ habe ich wieder zur Seite gelegt, zu dumpfig und eng und von allen Seiten her unsympathisch schienen mir die Protagonisten und noch dazu habe ich mich herzhaft gelangweilt. Über  „Die Häresie der Formlosigkeit“ habe ich mich  heftig geärgert, wenn ich es auch nicht ohne Interesse gelesen habe. Mosebach gibt sich dort ganz als Kreuzritter gegen eine- katholische Welt- die sich von der seinen bedenklich unterscheidet. Die Profanisierung des Heiligen und die Abkehr von der Lateinischen Messe macht er zu Grundpfeilern seiner Polemik. Mosebach verschweigt dabei wohlweislich, dass das 2. Vatikanische Konzil, dass er so genüsslich verachtet, eben auch die Judenmission und viele andere, wenig rühmliche Kapitel der einzig wahren Kirche ad acta legte. Das ist eben ein bleibendes Problem der deutschen Konservativen, dass sie immer mit Erstaunen und beleidigtem Gesicht der Tatsache gewahr werden, dass nicht alle Welt mit ihnen bereit ist, die zwölf deutschen Jahre zur Seite zu legen und sich herzhaft zu strecken, wie der Jude im Bett. Der Snobismus des Buches indes hat etwas so rührend Altmodisches, dass man die intellektuellen Unzulänglichkeiten fast schon vergisst. Gelesen habe ich es auch deshalb, weil Mosebach zu den klugen und sehr scharfsinnigen konservativen Denkern gehört, die anders als andere sich nicht in einer tiefen und warmen Wanne der Selbstgefälligkeit aalen. Sein Indienbuch indes hätte ich selbst gern geschrieben.

Nun also  Mogador. Die Geschichte selbst ist schnell erzählt. Patrick Elff, ein begabter und ambitionierter Banker, ahnt seine eigene Verhaftung voraus und setzt sich nach Marokko ab. Zurück lässt er Pilar, eine kühle Schöne, Immobilienmaklerin und auch seine Ehefrau. Zurück lässt er aber auch lauter offene Fragen, die nicht nur ihn, sondern auch die Bank betreffen für die er arbeitet. Das alles ist klug geknüpft und keineswegs nur Satire. Es geht um Bestechung, um Aktenkoffer, die Ukraine kommt vor und auch ein Politiker der über das Zimmermädchen fällt, kommt vor.  Das Ganze ist geschickt  verknüpft mit Mogador, dem heutigen Essaouira  und vorläufigem Ende der Flucht. Dort in einer Art Niemandsland, in der aus Patrick Elff, Monsieur Paris wird verknüpft sich seine Geschichte mit der von Khedija, die mit Dämonen spricht von denen sie genug eigene hat,und die im aussichtslosen Strudel von Analphabetismus, Prostitution und Mangel an Möglichkeiten zur Geschäftsfrau mit harter Hand wird. Großartig sind die Schilderungen der Bettler auf den Straßen der Stadt, fantastisch gelungen auch Monsieur Pereira mit seiner Leidenschaft für Obelisken und dem Geruch der Macht und überhaupt die an- und abtretenden Haupt- und Nebenfiguren sind alle so sorgfältig wie gelungen gezeichnet. Das aus der „Zeit Fallen“ des Protagonisten und das Erlebnis der Stadt als Wartesaal, noch dazu im frostigen Winter, der sich jeder orientalen Exotik enthält. Dies alles  also liest man mit anhaltender Zuneigung und als man sich fragt was denn jetzt noch kommen kann, und man ein wenig die sprachliche Ornamentik beginnt zu begähnen, da entwirft der der Autor eine klischeegebogene ménage à trois  man ärgert sich schon fast, denn die Metaphern sind wirklich zum Grausen-ich werde nie begreifen warum man sich gegen Klitoris und für „öffnet mit seinen Fingern das rosige Meerestier“ entscheidet, aber ich kenne auch Ärzte, die Frauen um die Untersuchung ihrer Mumu bitten – und sollte mich also wirklich nicht mehr wundern-, da dreht Martin Mosebach das Ganze so gekonnt in eine Erzählung von Gewalt und Schrecken um,  dass man Paul Bowles auf der Stelle vergisst und atemlos die dritte Flucht des Protagonisten zurück nach Deutschland verfolgt. Fast so beiläufig, wie er begann endet der Roman und schlägt man ihn zu, weiß man: Martin Mosebach hat ein großes Buch geschrieben.

Martin Mosebach, Mogador, Rowohlt, 22. 95 Euro.

Read On mag Mosebach

Manchmal passiert es ganz beiläufig und fast unbemerkt. Aus einem Buch fällt ein Foto heraus oder in einer Dose liegt noch immer eine schon längst nicht mehr duftende Rosenblüte. Ein anderer dreht dann das Photo in den Händen herum oder dreht die schon fast zerfallende Blüte in den Händen und fragt: Wie war das eigentlich bevor wir uns kannten?“ Eine heikle Frage ist das, eine jener Fragen die fast schon zu unschuldig ist und nicht nur deshalb kaum zu beantworten ist. Der Erzähler dieses Buches aber nimmt die Herausforderung an. Und uns nimmt der Erzähler mit. Auch wir stehen in einem Zimmer, das sich für kurze Zeit nur in Licht verwandelt, auf einer Zugfahrt aber nur von Ferne, aus den Augenwinkeln lernen wir die Frau nicht kennen, nein das nicht, aber sehen sie doch mit den Augen desjenigen der mit ihr fuhr. Aber die Geliebte allein ist es nicht, um dies es geht: schließlich gibt es ja immer auch noch die anderen, ein Ehepaar, dass sich ganz ausgesprochen nicht mehr liebt, aber doch sehr erfolgreich ein gemeinsames Leben repräsentiert, einen Patriarchen, der in der Zurückstufung seines Sohnes das größte und wohl auch einzige Vergnügen findet, wir besuchen eine Erbtante, die der Liebe nachtrauert, die es wohl so nie gab. Einem nimmermüden Geschäftsmann sehen wir ganz kurz in die Karten, der enttäuschende Sohn verläuft sich- aber nur fast in Cairo und löst nur fast in Italien einen Waldbrand aus, seine Ehefrau trinkt zu viel und bleibt uns doch als ewig heiter und keineswegs betrunken in Erinnerung. Über weite Strecken liebt man sich ganz ausgesprochen nicht, auf einer Fahrt im Schnee kommt manches ins Rollen, wenn auch ganz anders als Thomas Mann sich das anderswo einmal dachte. Am Ende trennt man sich wieder, die einen bitterer als die Anderen. Schließlich öffnet sich auch die Tapetentür zur eingangs beschriebenen Wohnung noch einmal- den schließlich liebt man nie umsonst in Frankfurt sondern ist stets auch eingebunden in die ökonomischen Zirkel, die doch die Welt zusammenhält. Über allem aber wacht ein Kakadu, ihm und seinem scharfen Schnabel kommt im Geschehen einen nicht unerhebliche Rolle zu. Das alles liest sich so leicht, so flirrend, so fantasievoll und schön, so heiter und leicht erscheint noch der dümmste Zufall und die widrigste Begebenheit, dass man sich am Ende doch leise fragt ob vielleicht alles auch ganz anders gewesen sein mag von dem was davor geschah. So klug und so leuchtend aber ist die Frage: „Wie war das eigentlich bevor wir uns kannten?“ noch selten beantwortet wurden, wenn sich auf diese Frage denn überhaupt antworten lässt.

Martin Mosebach, Was davor geschah, München 2010, Taschenbuch, 9, 90 Euro.

The orderliness of form within the chaos of things ( I )

The fabulous Madame Wiesenraute who to my great regret stopped blogging and hopefully will be back sometime, founded the wonderful and insightful  genre of EinkaufslyrikI hope she doesn’t mind me picking up the thread or better, the shopping lists left behind by strangers to discover  the poetic in all our lives. Yesterday I found this one:

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After the baking, a stiff drink? Before the family arrives another one? What would Sigmund Freud made out of ‚Drownsugar‘? Drowning the almond cookies in Whiskey or drown the Christmas madness once and for all? But after all it sums up life quite well: cleaning, baking, drinking. Cheers!

 

Delhi Diary- Fosterganj

„Good morning, early bird“, says Mrs Rajasthani when I climb down the stairs early on Sunday morning. „Good Morning, Mrs Rajasthani“, say I. I yawn and try to make my unkempt hair look at least a bit decent. Mrs Rajasthani yawns as well. She only got up to fetch the milk,a boy brings in the morning. But she does not disappear back to bed before she has made me a big cup of tea and an enormous slice of banana bread. Mrs Rajasthani’s banana bread is legendary good. Everyone else is still asleep. Not even the monkey, who has the habit to jump from a peepul tree to the terrace roof with a loud bang is to be spotted. And so the terrace is all mine. I slowly sip tea and munch banana bread. Only then I turn the book around that rests on my belly. Then I turn my back to the world and travel to Fosterganj. A small village in the mountains of the Himalaya. In Fosterganj nothing ever happens and so we follow Hassan the baker, a man of great strength and many children for a while, through the streets of the village and on another walk we learn that something happened to him. We, who are just temporary visitors of Fosterganj, shyly approach the home of Foster, who listens to old songs, has no ideas of poultry and whose thirst is as unquenchable as his optimism. We meet a boy, who is no boy at all and a woman, who is unbearable sad. A hand might appear in the night but this is not for sure, for sure is: better be aware of leopards. A professor lives in Forsterganj, who is excited by funerals  till he goes to his own. We get acquainted with an unlucky pickpocket and unusual bank clerk. Jewels are found and lost in nearly one breath and the writer, who took us to Fosterganj in the first place gets lost and doesn’t use his typewriter much, but tries to catch a lizard and falls into the river. Maybe this is the way to write stories. In the meantime Fosterganj remains nearly the same, even a fire is just a temporarily disruption because Fosterganj in the outskirts of the Himalaya is a place where nothing ever happened. But the time in the village is well spent and for sure, who went once will come back sooner or later. In the meantime the sun in New Delhi stands high up the horizon, the children want to play UNO but can’t find the cards and downstairs the vegetable vendors appear with their wooden cart: „Sabzi“, „Saabzi“ they shout out loud and Mrs Rajasthani comes out of the bathroom with wet hair: „Read On, she says you have to fetch onions, peas and cauliflower and maybe some aubergines if they look good, will you?“ Of course I will, Mrs Rajasthani say I, fetching my shoes and add a kilogram of apples fresh from the Himalaya, maybe from a village close by to Fosterganj, crisp and sour, exactly as I like them best.

Ruskin Bond, Tales of Fosterganj, New Delhi 2013, Rs 295. 

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Sudden stumbling

I never had a sweet tooth for Max Frisch. His writing seemed too artificial to me but not in a very artistic way. Too tearful the men and without any personal character the women he created. Stiller, a true everybody, a person you neither like or dislike. Biography as possibility as if ever much possibilities exist for a life and not compromises and tiredness, burnt milk and empty shelves would reign more powerful as any invention of Gantenbein. His drama pieces I didn’t like much either, political ambitious but in a way only Swiss architects might be able to be. Andorra, a childish, a simple play, simple moral, accurately fitting for generations of school theatre clubs. Vain his life as his pieces. But maybe I am just unjust and unable to excuse his marriage with Ingeborg Bachmann, whose literature I love so much. But as obviously anyone who reads Frisch, a few years ago I drove from New York to Montauk, still the book of him I like at least as much as I like the silly goose Emma Bovary,windy was the afternoon and for a long time I just looked and forgot the book in my handbag and wanted to stay for longer, for much longer, but I had to drive back soon, too soon. Then for many years my fingers didn’t stop at the books with Frisch on the back, but went in many other directions. Nothing I missed, no sentence came in my mind I wanted to breath or chew or look at, till last week, when I got up in the library quite sudden, ran along the shelves, searching till I found the blue volume. Max Frisch, Diaries, 1966-1971. Quite annoyed I became of myself, that it was Max Frisch who came first in my mind when thinking about the topic and even more annoyed when I realized that exactly his Questionnaire would fit better than anything else I thought of for my seminar. He of all people. And when I browsed through the pages I came across his description of meeting Bert Brecht first in Zurich and later in East-Berlin, his memoirs of traveling in the Soviet-Union and his quite ironic capability of transforming life into literature. But odd it remains that those come to us most often, we presume we need at least but maybe it is much simpler and in an alien land most impossible constellations are the most common ones, as the biography of Homo Faber is no longer a game but a simple string of neither good nor bad coincidences.