Woanders ist es auch schön.

Ein ganzes Dorf nimmt Abschied. Frau Croco erzählt davon wie es ist, wenn jemand geht.

Don Ferrando ist kein Berg zu hoch und keine Schotterpiste zu steil. Man möchte selbst beim Lesen ständig kühle Getränke reichen und Luft zu fächeln.

Eine Geschichte in vielen Geschichten zum Anstoßen und zum Verlaufen und Sätze zu denen man zurückkehrt und noch einmal besieht. Wir haben Raketen geangelt.

Ich pendle jeden Tag 1,5 Stunden und ich pendle nicht gern.Die Züge der irischen Bahn sind alt, überfüllt und chronisch unpünktlich. An guten Tagen summe ich gelassen vor mich hin, stehe ich wartend auf dem Bahnsteig. An schlechten Tagen knurre ich böse über die ewigen Verspätungen. Hier auf dem irischen Land ist man ohne Auto, selbst wenn es nur der alte, treue Volvo ist, aufgeschmissen. Die einzigen Busse nämlich, die zu uns ins Dorf kommen, befördern Touristen für einen Ausflug ins urige Irland hin- und zurück. Frau Nessy hat die Sache mit den Autos und den Alternativen angesehen.

Indien ist das Land in dem der Hunger anders als in den Ländern Afrikas schleichend und fast unsichtbar daherkommt, aber jedes Jahr verhungern in Indien Menschen über Menschen und dabei ist der Punkt der Mangelernährung noch nicht einmal berührt. Das Knirschen im Gebälk wird lauter und die indischen Bauern protestieren.

Ein Blog, den ich neu entdeckt habe und ich finde Sie sollten das auch tun.

Der Tierarzt indes ist in Toronto nicht ausgelacht worden, hat leider noch keinen Bären gesehen, jammert über die Ferne zum Kälbchen und ungeachtet dessen kommt er natürlich seiner Mädchenhofmusikliferantenpflicht nach und empfiehlt dieses sommerhaft leichte Lied. Selbst Kälbchen wirft die Hufe, also tanzen auch Sie gut durch die Woche.

Woanders ist es auch schön.

Diesen einen Sommer hat Madame Modeste festgehalten.

Wie es ist, wenn die Träume kühler werden und die Nächte doch recht atemlos hat Kitty Koma aufgeschrieben.

Wenn ich könnte, wie ich wollte, ich zöge sofort nach Vrochtovy Janovice und säße im Garten so als sei das jüdische Europa niemals zerbrochen wurden, aber während das nicht geht, ziehen andere auf eine Burg, haben Aussichten und fragen sich, ob sie nicht doch als bloggende Weinkönigin enden. Danke an Frau Frau Croco für den Hinweis.

Treffen sich Baldwin, Shakespeare und Franz Franz Kafka . Ich habe sehr gelacht.

Diejenigen von Ihnen, die hier schon länger aushalten, wissen das mindestens ein Viertel meines Herzens in Indien lebt. Hier ein wunderbarer Artikel über die unendlich reiche Parsi Kultur.

Zum Glück wollte noch nie jemand meinen Kaugummi weiterbenutzten. Die Katastrophenchronistin jedenfalls probiert es mit Ironie Das kann an besonders an einem Montag nur gut sein.

„Und Tierarzt was hört man so zum Wochenbeginn?“ „Unbedingt dieses Lied Mädchen.“ „So sei es Tierarzt, so sei es“

Woanders ist es auch schön.

Die kluge und wunderbare Kiki macht sich Gedanken über das Essen, das Leben und weiß etwas über das große Glück des Butterbrotes.

Madame Modeste besucht Brecht und findet alte Träume.

Bei der Travelling Lady wackeln wackeln die Wände.

Der Mai kommt hier nicht mit weißem Flieder, sondern mit einem Feuer daher.

Doron Rabinovici erinnert an Daliah Lavi. Das Lied zum Text gibt es hier.

Irland ist nicht nur Joyce, Beckett und Seamus Heany, sondern es gibt so viele und so viele unterschiedliche Stimmen. Eine gehört Sally Rooney.

Der Tierarzt putzt sich die Zähne, gießt die Blumen und streichelt die Katze zu diesem Lied. Das freut die Zähne, die Blumen und die Katze sowieso.

Und sonst so Read On? Ach, viel Neues gibt es nicht zu berichten, nur die Schafe, die im Dorf bekanntlich verbriefte Rechte besitzen, wandern gemessenen Schrittes die Straße entlang. Dieses Wochenende nämlich trifft man sich und singt gemeinsam Frühlingslieder.

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Die Ordnung der Dinge im Chaos der Zeit ( II )

Es hat wirklich sehr lange  gedauert bis ich den zweiten Einkaufszettel gefunden habe, denn ich finde sehr selten Dinge. Es gibt Menschen, die finden alle Tage etwas: Münzen und Taschenuhren, Biedermeierstühle am Straßenrand, Kaviardosen aus Odessa oder auch nur einen glänzenden Knopf auf der Straße. Ich hingegen suche zwar immer irgendetwas, aber noch während ich nach der Brille suche, habe ich die Zeitung verloren oder das Zopfgummi unauffindbar verlegt. Gestern aber, ich war gerade im Begriff eine Karte in den Postkasten zu werfen, da sah ich auf der Straße zwischen zwei alten Kienäpfeln einen blauen Zettel liegen und siehe da es war ein ganz und gar formidabler Einkaufszettel.

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Hier kommt Besuch. Der Besuch hat Ansprüche. Vielleicht der Sohn aus Stuttgart mit der schwierigen Freundin, die Weihnachten noch vegan lebte, jetzt aber auch wieder Käse isst. Mit Italienisch kann dich nicht viel schief gehen? Hoffentlich ist es das gute Olivenöl noch nicht aus. Schließlich haben die Nachbarn einen eigenen Olivenhain irgendwo im Süden und haben sich auf ein Glas Sekt eingeladen. Balsamico. natürlich, die Nachbarn sagen ohne Balsamico ist man kein Mensch. Na, die werden sich wundern und so viel Italienisch wie die können wir schon lang. Wein, ich habe ja gleich gesagt wir haben nicht mehr genug Wein im Keller und der Sohn ist ja taub bittet man ihn um drei Kisten aus Baden. Ach,Wasser hat der Mann ja gestern schon eingeholt. Wenigstens etwas.
Auf jeden fall Limetten. Wozu wird man noch sehen. Schließlich muss man ja auch etwas anbieten. Den Nachbarn und auch nicht dem Sohn kann mit mit einfachem Mozzarella kommen. Piekfein soll es sein. Oder wenigstens mit edler Note. Man muss sehen wo man bleibt.
Aber am Sonntag da machen wir Spargel. Spargel kauft man resch auf dem Markt und nicht im Supermarkt am Eck. Petersilie bloß nicht die Petersilie vergessen. Tante Hannelore ( es bleibt einem nichts erspart ) besteht auf Petersilienkartoffeln und wenn Tante Hannelore auf etwas besteht, wackeln die Wände. Schon als Kind hat die Tante ein ganzes Ausflugslokal zusammengeschrien als die Kartoffeln blank in der Schüssel lagen und scheut sich nicht dies auch daheim zu tun. Was soll denn da nur die empfindliche Freundin denken? Kochschinken natürlich, schon immer hat Kochschinken zum ersten Spargel des Jahres gehört. Soll die Freundin doch das Gesicht verziehen. Tradition ist Tradition. Spargel ohne Kochschinken ist kein Spargel. Da kann man auch Luft essen und am Spargel ist ja auch nichts dran außer Wasser. Butter auf jeden Fall. So etwas vergisst man ja immer.
Kartoffeln, hoffentlich hat es schon Frühkartoffeln. In Stuttgart gibt es auf dem Markt bestimmt schon Kartoffeln aus dem Languedoc. Aber der Sohn arbeitet ja soviel, immer schon war er ein so fleißiger Bub, da wird er sich nicht um die rechten Kartoffeln kümmern können und die empfindliche Freundin meidet Kartoffeln ja ohnehin wie Weizen. Dafür will sie natürlich zum Frühstück Cranberrysaft haben. Was ich damit für eine Rennerei habe, das ist natürlich egal und das wir alle, selbst Tante Hannelore schon seit dem 1960er Jahr jeden Morgen ein Glas Grapefruitsaft zur Semmel trinken, dass zählt natürlich nicht. Nein für die Dame muss es natürlich Cranberrysaft, am liebsten noch handgepresst aus Kalifornien sein. Aber das kommt mir nicht in die Tüte. Irgendwann muss auch mal Schluss sein. Aber man will sich ja auch nicht vorwerfen lassen, das man die Wünsche der erwählten Herzdame nicht respektierte und immer noch der Susanne nachtrauere. Die Susanne war aber auch wirklich eine ganz Liebe. Die brauchte keine Extrawurst und hat auch ihr Messer nicht abgeleckt. Selbst Tante Hannelore war ganz begeistert von der Susanne und das will was heißen. Die Tante Hannelore hat ihrerzeit einem Verehrer in die Hand gebissen, als der der ihr erst ewige Liebe schwor, nur um dann sogleich sein Glück an ihren Blusenknöpfen zu versuchen. MAn kann viel sagen gegen Tante Hannelore aber Prinzipien, ob nun bei Petersilienkartoffeln oder beim Küssen, die hat sie. Das habe ich ja auch immer dem Sohn gesagt: Junge, Prinzipien muss man haben im Leben.“ Aber die Kinder machen ja ohnehin was sie wollen. Auf jeden Fall Eier. Eine ganze Kiste am besten. Neben dem Burrata mit Tomaten und Olivenöl. müsste man noch gefüllte Eier anbieten. Es wird ja geredet! Dann braucht es Eier mit Speck am Montagmorgen. Der Wein und Sekt will ja verdaut werden. Der Sohn will Pfannkuchen statt Semmeln und für einen raschen Kuchen gehen schnell einmal vier Eier drauf. Außerdem soll der Sohn ruhig ein paar hartgekochte Eier mit auf die Reise nehmen. Ach, der Herr Gemahl hat nun doch schon Eier mitgebracht. Ich hoffe der Rasen ist gemäht. Die Nachbarn haben ja längst schon einen Rasentrecker.Auf jeden Fall Schokolade- Bloß die Schokolade nicht vergessen. Man muss auch an die eigenen Nerven denken. Das muss man wirklich. Die Nachbarn, der Sohn, die empfindliche Freundin und Tante Hannelore, am besten gleich zwei Kilogramm und halbstündlich einen Ausflug in die Speisekammer.

Vielleicht ist auch alles ganz anders und Tante Hannelore verabscheut Petersilie von ganzem Herzen, die Tochter kommt aus Uruguay und der Kochschinken fehlte noch zum Toast Hawaii.
Leider und zu meinem großen Bedauern bloggt  Frau Wiesenraute , die doch das Genre der Einkaufslyrik etablierte nicht mehr.

Woanders ist es auch schön.

Frau Coco war auf Malta und nimmt uns mit aufs Boot und zieht uns durch die Straßen. Neben einem Becher warmen Tee hilft das ganz wunderbar gegen den Winter, der hämisch lacht und dem April eine Nase dreht. In Irland dazu noch Regen und Wind von allen Seiten.

Die verehrte Kiki stellt ihre Lieblingsblogs vor und Frau Kelef ist eine grandiose Entdeckung und überhaupt Wien, ach Wien!

Rassisten sind immer nur die Anderen, das ist doch klar.

In Irland geht so schnell nichts verloren.

Andernorts.

Der Tierarzt bringt Lämmer auf die Welt und singt im Moment für Schafe, Hühner, Kälbchen und Mädchen dieses Lied.

Zu viele Rosen.

Ein Buch aus Scherben. #nowreading #leasinger #poesiederhörigkeit #mopsasternheim #books #literature #bücher #hoffmannundcampe

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Meine Großmutter glaubte nicht an Bücher für Kinder und Literatur für Erwachsene. Meine Großmutter befand es gäbe gute und schlechte Literatur. Sie werden es ahnen. Karl May, Bücher über Ponies oder die Mickey Mouse waren ihr abstraktes Dunkel und überhaupt fand sie man könnte Kinder gar nicht genug fordern. Überhaupt taugte meine Großmutter nicht zum Vorbild moderner Pädagogik. Sie bestritt hartnäckig die Existenz von Kalorien, fand ganzjähriges Draußen Baden für Kinder völlig in Ordnung, verabscheute schlechte Tischmanieren und glaubte das Lernen langer Balladen sei genau so gut für die Charakterbildung wie das Wissen, um die Herstellung einer guten Sachertorte und so las ich mich durch ihre Bibliothek und später dann schickte ich ihr lange Bücherwunschlisten und ohne je auch nur einmal mit der Wimper zu zucken, schickte sie mir Bücherstapel um Bücherstapel und doch auch in der Wohnung meiner Großmutter gab es ein Regal in der sich hinter Aktenordnern verborgen, Bücher befanden, die nicht in meine Hände gelangen sollten und die meine Großmutter wohl auch vor sich selbst verbarg. Georg Trakl stand dort, denn meine Großmutter, die doch selbst der Liebe zu Deutschland verfallen war, fürchtete sich vor dem Sog, merkwürdigerweise auch Isaak Babel, aber den meisten Platz hinter den Ordnern nahm Gottfried Benn ein. Natürlich fiel mir nichts Besseres ein, als die Bände aus dem Regal zu ziehen, in den Sessel zu sinken und schon ertrank ich, sank tiefer und tiefer und merkte nicht wie die Schatten länger wurden, und auch nicht, dass meine Großmutter längst zurück war. „Zu viele Rosen“, sagte sie und sah mich nicht an. Die Bände stellte sie ins Regal zurück. Über Gottfried Benn kein Wort. Ich aber im Auswendig Lernen deutscher Balladen geübt, memorierte nun Benn. Allen Rosen zum Trotz. Aber im Bücherregal, gut verborgen, stand auch der andere Benn, stand der mit den Dornen, der Benn der Jahre 1933 und 1935, der Benn der von der Züchtung des Geistes schwärmte und auch sein Loblied auf den neuen Staat, der nach neuen Intellektuellen riefe. Meine Großmutter schrieb an den Rand: Auch Benn. Zwei Ausrufezeichen. Über Benn wurde geschwiegen, meine Großmutter schnitt nur selten Rosen im Garten ab und schenkte ihr jemand Rosen so drehte sie den Kopf zur Seite. Dass aber auch meine Großmutter zu den Bänden wieder und wieder zurückfand, verschwieg sie nicht nur mir, sondern auch sich. „Zu viele Rosen, mein Kind.“

Geschwiegen wurde auch in der Familie von Mopsa Sternheim, nicht nur über Gottfried Benn, der auf einmal mitten im Weltkrieg auftaucht, die Gerüchte über Edith Cavell kamen mit und auch die Fingerkuppen, weiß und fett blieben dem nicht mehr Kind nicht verborgen. Es beginnt eine Geschichte, die man mit Liebe nicht beschreiben kann, und ob es mit Obsession getan werden kann, weiß ich noch immer nicht. Das Spannungsfeld jedenfalls, zwischen den beiden Sternheim-Frauen und Gottfried Benn ist noch einmal und immer wieder die schmerzliche Geschichte Deutschlands und seiner Dichter. Benn träumt von Apfelkuchen und Schlagobers, Mopsa Sternheim von den Händen des Dichters auf ihrem Rücken, ihre Mutter Thea schreibt Briefe an Doktor Benn, kauft Bilder von Picasso und Doktor Benn behandelt Geschlechtskrankheiten und wohnt möbliert: Deutsche Eiche, dunkel. Er der Dichter, sucht keine Muse, sondern Frauen für eine Nacht und Rosen schenkt er nur Frauen mit knielangen Röcken, aber nicht der kosmopolitischen, zerbrechlichen, zähen und ringenden Mopsa Sternheim. Benn trinkt Pils und Mopsa seine Worte. Eine Heirat, eine Familie mit Abgründen, immer auf der Suche, immer unterwegs, Benn bleibt in Berlin-Schöneberg. 1933 aber trennen sich die Wege. Mopsa und Thea sind in Paris und Gottfried Benn hat endlich Ruhe und Schlagsahne gleich mit dazu. Benn schwadroniert von kernigen Kerlen und deutschen Mädels. Mopsa geht in den Widerstand und überlebt bis 1945 im KZ Ravensbrück. Benn bedauert sich und nein, keine Rosen, nicht einmal Astern. Ein spätes Wiedersehen, noch einmal Mutter und Tochter, noch einmal Benn und Bürgerglück. Die Frau heißt Ilse, man hat sich eingerichtet. Mopsa schließlich stirbt an Krebs, ein letzter Brief an Benn. Mag sein, dass sie auch an Krebs gestorben ist, aber vor allem wohl an einem vielfach gebrochenen Herzen. Lea Singer hat die Scherben und die Schnitte von Mopsa von Sternheim zusammengetragen. Es sind viele schmerzhafte Splitter, ein Kaleidoskop von Bildern, Briefen, Gesprächen, von dem Versuch die Worte in einen Menschen zu verwandeln, vom Scheitern und von der Zebrechlichkeit dessen was wir Liebe nennen. Es ist auch die Geschichte einer erbitterten Konkurrenz zwischen Mutter und Tochter und Freundschaften, die schleißlich immer wieder an Morphin zerbrechen. Erika Mann und Pamela Wedekind laufen hin und wieder durch das Bild. René Crevel stirbt und Rudolph Carl von Ripper entkommt gerade noch einmal so. Aber wer kann schon Deutschland im 20. Jahrhundert entkommen, auch wenn es manchmal in Gestalt eines Dichters mit schlaffen Augenlidern und schweren Lidern daherkam. Mopsa Sternheim kommt nicht davon. Lea Singer aber hat Mopsa Sternheim noch einmal zurückgeholt, endlich einmal ihre Geschichte aufgeschrieben, die nicht nur eine Geschichte mit Gottfried Benn war, sondern ein deutsches Leben, was es nicht mehr gibt.

„Niemand“ sagte meine Großmutter, „ ist jemals ganz aus Auschwitz zurückgekommen.“ Sie rieb sich über den Arm. Das 20. Jahrhundert hatte seine Spuren hinterlassen, auch wir lebten zwischen den Scherben. Meine Großmutter aber stellte die Gedichte Gottfried Benns ins Regal zurück, es war wohl eine Vorsichtsmaßnahme, aber es war schon zu spät, ich kehrte wieder und wieder zurück. Meine Großmutter aber das würde ich erst viel später lernen, als wir zusammenzogen und ich meine Benn-Bände neben Ihre stellte, konnte alle seine Gedichte auswendig und versuchte doch beständig sie zu vergessen. Damals aber schüttelte sie noch einmal den Kopf. „Zu viele Rosen mein Kind.“ Heute in meinem Bücherregal stehen die Bücher Gottfried Benns, auch die Reden von 1933 und 1935 hinter den Bildbänden, gut verborgen vor allen Augen und vor allem wohl auch vor mir selbst.

Lea Singer, Die Poesie der Hörigkeit, Hoffman und Campe 2017, 20 Euro.

Woanders ist es auch schön.

Ich bin außer in Gedanken mit Gustav von Aschenbach, der ja bekanntlich am „Nördlichen Friedhof die Tram erwartete“ noch niemals über einen der Münchener Friedhöfe gegangen, aber auch der alte Südfriedhof ist wohl mehr als nur einen Spaziergang wert und die kleine und beunruhigend große Novelle von Thomas Mann lässt sich auch in einem Frühjahrsmantel gut verstauen.

Immer liegen die großen Geschichten, die zum Weinen neigen oder auch zum Lachen reizen schon in den kleinen Szenen verborgen und Frau Trippmadam hat sie festgehalten .

Der verehrte Herr Buddenbohm hat ein neues Türschild. Seien Sie gewarnt, aus diesem wunderbaren Geschichtenhaus findet man niemals wieder heraus. Welch ein Glück.

Die wunderbare Philea empfiehlt ein Buch.

Ein verstörend und berührendes Fotografieprojekt über Menschen, die wir mit den echten, richtigen, wichtigen Leben, gern übersehen. Hier hört jemand nicht auf hinzusehen.

Die sehr verehrte Frau Arboretum hat Post.

Der Tierarzt in diesem Haushalt zuständig für Sprechgesang empfiehlt Emily Galan. Der Tierarzt jedenfalls summt es vor sich hin und das ist für einen Montag Morgen doch kein schlechter Anfang. Schrödinger’s Letter ist auch ein besonders hübscher Titel.