Heiß, heißer, Suppe!

fullsizerender-17

In Ehren gehalten wie Onkel A. wird auch die einhenklige Suppenschüssel

Nach der Aufklärungssprechstunde aber laufe ich schnell über den Marktplatz, zweimal links, dreimal rechts, dann ums Eck und schon an der Straßenecke rieche ich es: meine liebe C. hat ihre berühmte Suppe gemacht. Einen Rindermarkknochen nämlich kocht die liebe C. über Stunden auf kleiner Flamme, wirft Möhren und Erbsen, dazu und macht die besten Grießklösschen mit frischem Thymian und Ei, aber die kommen erst ganz zum Schluss in die Suppe. Dann zieht die C. ein braunes Gewürzfässchen nach dem anderen vom Regal und salzt hier ein bisschen,pfeffert dort, greift in so viele Tiegel und Töpfe bis sie irgendwann ganz und gar zufrieden ist mit der Suppe und dann muss die Suppe ziehen. ( Die Suppe allerdings kann nur so lange ziehen, wie ich noch nicht zurück bin.)

Schon also renne ich die Treppe hinauf, werfe Schal und Mantel über einen Stuhl, küsse die C. zweimal rechts und zweimal links, greife nach dem Löffel und beuge mich über den Topf. Dann ist es für eine ganze Weile still. Die C. lacht. Wir werden dich bald in das Fräulein Suppentopf umbenennen sagt sie und ich werde rot. Die C. holt warmes Brot aus dem Ofen und ich schöpfe uns die heiße Suppe in die Teller, Shabbat Shalom und dann schlürfen wir die glühende, wunderbare Suppe. Denn das ist Teil des Ganzen: Heiß muss die Suppe sein, einem die Zungenspitze ansengen und einen durchwärmen von Kopf bis Fuß in nicht mehr als 30 Sekunden. Die Haare müssen einem zu Berge stehen vor wohliger Wärme und die Wangen glühen rot wie hundertjährige Äpfel. Nie habe ich verstanden, wie Leute Suppe essen können, die mit gespitzten Mund die Suppe kühlen und fürchten sie mögen vergehen an der Glut, die jedem richtigen, echten und wahren Suppentopf innewohnt.
Ich nämlich komme aus einer Familie der Heißesser, schon bei meiner Großmutter dampften die Kartoffeln, so dass die Fenster beschlugen, Wiener Schnitzel, die sie einer gewaltigen gusseisernen Pfanne in brutzelnder Butter briet, zischten und fauchten, landeten sie mit Schwung auf dem Teller, der Grießkoch blubberte unter dem schweren Federbett und meine Großmutter legte noch eine heiße Wärmflasche obendrauf, niemals hätte meine Großmutter einen Braten anders als resch aus dem Ofen auf den Tisch gebracht und das Chili, das meine Großmutter konnte brachte Bauarbeiter zum Weinen und Stahl zum Schmelzen. Der Tee ( mit Kandis natürlich ) ließ das Glas knacken und die Hühnersuppe meiner Großmutter war ein Vulkan, der selbst einem weitgereisten Rabbi Schweißperlen auf die Stirn trieb. Meine Großmutter blieb unbeeindruckt. Nur einmal bat ein Gast um Kühlung der Speise, meine Großmutter aber warf ihm einen Blick zu, der von nichts Gutem kündete und sonst für Gäste, die mit dem Fischmesser ein Steak teilen wollten, reserviert blieb . „Ich kann nicht kalt kochen, sagte sie und der Gast sah verzweifelt auf seinen brodelnden Teller hinab. Wir aber die Heißesser schlürften genüsslich und schüttelten verständnislos den Kopf. Später erst sind mir Kaltesser begegnet. Der F. zum Beispiel rennt regelmäßig mit dem Teller zum Fenster um- man stelle sich das einmal vor- die Suppe zu kühlen und als ich vor Jahren in Madrid zum ersten Mal überhaupt kalte Suppe kredenzt bekam, unwissend aber und voller Vorfreude den Löffel tief hineintauchte, nur um auf einmal kalte Gurken und Tomaten in meinem Mund zu finden, hielt mich nur die Erziehung meiner Großmutter-Contenance mein Kind- davon ab, die Suppe auf den Tisch zu speien. Kalte Suppen aber kann ich nichts anderes als Misstrauen entgegenbringen. Kalte Suppen sind nur dem Namen, nicht aber dem Wesen nach Suppen. Sie trösten nicht, sie riechen nicht nach der Speisekammer, in ihnen liegt keine Seele, keine Familiengeschichten, wie die von Onkel A., der uns Kindern den Suppenkasper verdeutlichen wollte, dabei zu arg am Tischtuch riß und geistesgegenwärtig, nicht Leib noch Leben rettete, sondern die Suppenschüssel packte und so will es die Legende noch im Flug, mit gewaltigem Schlürfen und Schmatzen die natürlich wie bei Heißessern üblich, kochende Suppe verschlang. Ob das nun wirklich wahr ist, weiß ich nicht. Wohl wahr ist aber, dass Onkel A. immer rote Ohren hatte und die auf den Verzehr der guten Suppen schob und auch die Suppenschüssel, die heute in meinem Geschirrschrank steht, hat nur mehr einen Henkel. Ach, was waren das für Zeiten als auch ich unter überzeugten Heißessern lebte. Der Tierarzt aber der nicht isst, sondern pickt wie ein Vögelchen, hat den ersten Löffel Suppe erst dann verzehrt, wenn die Suppe längst Kaltschale geworden ist. Der Priester, mein sonntäglicher Mittagsgast pustet wie der irische Nordwind über das Roastbeef und rührt die Katrtoffeln erst an, wenn sie kalte Steine auf dem Teller geworden sind. Manchmal sieht er zweifelnd zu mir herüber: „Fräulein Read On sagt er dann, Sie verbrennen sich doch die Zunge.“ Ich meinerseits sehe voll Unglauben auf seinen Teller, auf dem nichts mehr brutzelt, keine Butter schäumt und keine Kartoffeln mehr dampfen. Zwar nicke ich freundlich zum Priester hinüber, aber im Grunde meines Herzens bin ich erleichtert, ein wahrer und echter Heißesser zu sein, Teil einer langen Kette von Menschen, die Speisen nie anders als brennend heiß verzehren. Onkel A. schließlich war derjenige, der am lautesten mit dem Suppenlöffel auf den Tisch schlug und anhob zu singen : vos habn mir tsu mitog haynt, fragt Yossele der mamen./mir vilt zikh ezen mamenyu, kartofzup mit shvomen. Wir sangen mit ihm und zuckten nicht mit der Wimper als uns der erste Löffel die Augenbrauen versengte, denn so muss es sein, nur so findet man in das Herz einer jedenSuppe.
Schließlich sind es wir die Heißessser, die auf die Frage nach heiß, heißer…. nie mit am heißesten, sondern immer mit „ Suppe!“ geantwortet haben, das Gesicht immer schon tief über den dampfenden Teller gebeugt, während auf dem Herd schon die Kartoffeln bollern und die Butter laut brutzelnd und prasselnd in der Pfanne zu schmelzen beginnt.

Surviving as a non-pork eater in Ireland (XI)

fullsizerender-12

Sometimes I think there must be a competition. Something like „European championship of preparing the worst canteen dishes“ or All-world finals of the worst vegeterian dishes.“ Otherwise it would be really hard to explain why the canteen serves food as today’s dish. The name alone should have frighten me away: „Cheese Macaroni Pasta.“ You got the idea? Don’t tell me you are never having pasta with more pasta? This however was exactly what today’s dish was all about. On the plate there was pasta covered in a sauce I am not able to identify: anything from mayonnaise to cream cheese dissolved in water would be perfectly plausible because the sauce did not taste of anything at all. The pasta was covered by cheese. But if I would abstain to use the term cheese for the hard and yellow crust that served as a glue on top of the dish. As the pasta itself the cheese crust did not taste of anything not even a large amount of salt and pepper did change this situation for the worse or for the better. Beyond those named ingredients there were tiny, tiny pieces visible that remind from afar of spring onion. They were so tiny and so few that I can’t say for sure if its true or just imagination. This was it. No single piece of vegetable, no sauce, no spices, not even the omnipresent celery  was added to at least evoke the illusion of consideration and care for those people who do not eat meat. If this dish entered the competition it surely would win a gold medal for being able to prepare a disastrous dish with no taste and absolutely not a single vitamin. Congratulations. Well deserved!

What?  Cheese Macaroni Pasta

Where? The Buttery, Trinity College Dublin, Ireland

How much? 4 Euro

Survived? Speechless

 

Surviving as a non-pork eater in Ireland(X)

IMG_0203

It can’t be helped, I am afraid.

Sometimes things change over night. Especially when living in Ireland. You can go asleep thinking of not much more than you need to buy washing powder and in the morning you hear on the radio that Apple owes 13 Billion Euros in tax return to the little island in the Western Atlantic. The grocer’s wife has heard so too. “Oh Read On”, she sighs „I could use a bit of that money to get a new refrigerator for the shop.“ I nod in full agreement. But I won’t tell you what she said about the Irish government not wanting that money. But better it would be fro Enda Kenny not entering the shop of the grocer’s wife. However I am drifting away, because many things stay exactly the same. The weather ( grey and drizzle ) and of course the food in the canteen. I can reassure you, it is as strange as ever. A more warm welcome to the bleak realities you face as a non-pork eater in Ireland could hardly be possible. The sign reads: “Three bean-curry with rice.” I was scratching my head. This really does sound suspicious. But only the brave and the very hungry will make it through and so I nodded when the sweet canteen lady passed me the plate. Here ya go darlin’. Here she goes. The beans turned out to be chickpeas and whites beans, which had been too long in the pot and were burnt black. Even when searching forceful with my fork I couldn’t detect a third species. The beans came- remember some things just stay the same- with celery, onions, reminders of red peppers and zucchini. The sauce reminded from afar of a mixture of baked bean sauce spiced up with Tabasco. I am sparing you the details. I hate wasting food but here I gave up. The half-burnt beans were just that tiny bit too much. “Its all bonkers” as the grocer’s wife would put it, but these are her words of course not mine.

What? Three bean curry with rice.

Where? The Buttery, Trinity College Dublin, Ireland

How much? 4 Euro

Survived? Only halfway.

Surviving as a non-pork eater in Ireland (IX)

IMG_4513 (1).jpg

You all are dead right. I neglected my duty of showing you and the world the wonders of the vegetarian option in the canteen. I know I deserve your quizzical brows and disappointed looks, but here we go again. You can see nothing has changed. Today the cook decided to finally use up all zucchini someone must have ordered without knowing what to do with them further. So may the non-pork eaters suffer from an zucchini overload, as long as it not us ,it is fine. The cook quite optimistically called the dish: „Vegetarian curry with rice“ as if exoticism ever helped to disguise blunt failure. Mrs Rajasthani, Queen of the curry would just snort angrily and dismiss the whole idea of this dish being even a close relative of an Indian curry. Unfortunately, Delhi and Mrs Rajasthani are far away and on a drizzle Dublin Tuesday, this is what you get. Vegetables discovered: chickpeas, zucchini ( loads of them ), a few pieces of green pepper, a fizzle of red pepper, onions, sour aubergines and of course my old and best enemy: celery. The curry sauce was surprisingly hot, even if I could not make out any spices. Maybe the cook just has a big jar standing next to him called „indifferent spice for various purposes“ use carefully. But what do I know about such matters? The book by the way, whose cover matches so stunningly with the colour of the dish is about 17th century vermilion making. What a coincidence!

What? Vegetable Curry with rice.

Where? The Buttery, Trinity College Dublin, Ireland

How much? 4 Euro

Survived? It can’t be helped, can’t it?

Surviving as a non-pork eater in Ireland ( VIII)

IMG_4237

Friday. Probably the cook wants to empty the fridge and the pantry. The weekend is long and who knows what will happen to the corn and the peas in the meantime? This is a risk the cook doesn’t want to take on. And as long as there are non-pork eaters, there is hope: why not processing all those leftover vegetables into a patty and call it a vegetable burger? Brilliant isn’t it? And here we go: the burger consisted mainly of mashed potatoes, a few peas and corn. If you want to imagine the taste: think of mashed potatoes you made on Sunday and re-heat it at three consecutive days. I think you can’t get much closer. Nearly no salt or pepper was spent on this dish. Its getting rid of things that counts not adding stuff, when emptying the fridge. The salad, if you are optimistic enough to call the few leaves that, were surprisingly fresh but pretty tasteless.The exception: a piece of green pepper, which was one of most bitter things I ever ate. Who would have thought the cook being so subtle that he let the week end with a bitter taste, before the sweet weekend appears?

What? Vegetable Burger with salad and garlic sauce ( I can’t eat garlic sauce especially not in public. I have no clue either why a canteen would serve it anyway.)

Where? The Buttery, Trinity College Dublin, Ireland

How much? 4 Euro

Survived? Yes, with a bitter aftertaste.

Surviving as a non-Pork eater in Ireland (VII)

IMG_4068

I don’t know. I really don’t know. When the sweet canteen lady handed this dish over to me I looked at the thing in front of me and for a moment I was lost for words. A brick with wet concrete before a last yellow leaf descended on it would make a good capture for an art exhibition in the Meatpacking district in New York, but for a dish it is rather depressing. But maybe the cook had failed selling his artworks to wealthy patrons and now strikes back? In the dull reality of my life however, it is Thursday afternoon and the thing in front of me on the plate is called a „Vegetable Enchilada.“ Who would have guessed that?  It tasted exactly like it looks: ghastly. Nevertheless for the order of things: the vegetables discovered were: onions ( plenty ), celery ( there is no dish without celery in this country ), shreds of red and green peppers, spinach ( this is at least what I think the half-brown-half dark green leaves I found were and last but not least carrots ( spring is coming ). The brick itself was covered in industrial cheese and unsalted or otherwise seasoned tomato sauce,which made things rather worse than better. But probably there is a day in life when one eats a yellowish coloured brick and definitely isn’t in an exciting exhibition but in a rather sober canteen.

What? Vegetable Enchilada

Where? The Buttery, Trinity College Dublin, Ireland

How much? 4 Euro

Survived? Luck always favors the brave.

Surviving as a non-pork eater in Ireland (VI)

IMG_3939 (1)

I don’t know. Thursday definitely isn’t the cook’s most beloved day of the week. I assume he secretly calls it: „throw-all-leftovers-together-and-call-it-the-vegetarian-dish-day.“ Today he went for: Vegetable tartlets with potatoes and vegetables. Uff. The vegetable itself was extremely watery and without any taste at all. Okay. We’re used to this. But the vegetable tartlets were worse. Their filling: carrots, goat cheese and their glorious highlight: pickled beans. Whoever puts pickled beans into a vegetable tartlet? I am not quite sure why pickled beans exist anyway. But I am just not getting it. Pickled beans. The tartlet itself: watery. Maybe the cook is lovesick and cries into the pots and pans? Who knows? The potatoes: let’s keep silent. They look like potatoes but were soft as butter. But after the pickled beans I am absolutely unable to wail about the common Irish tendency to cook the last inch of life out of vegetables. I mean: pickled beans. I always knew that surviving as a non-pork eater in Ireland would be a challenge but today was just a little bit too much. Pickled beans.

What? Vegetable tartlets with vegetable and potatoes.

Where? The Buttery, Trinity College Dublin, Ireland

How much? 5 Euro

Survived? Well, I honestly can’t answer this.