Mutter Indien

IMG_2911 (8)

Frau Rajasthani hat jetzt Whatsapp. Das heißt um 3.45 irischer Zeit scheppert mein Telefon, ich fahre hoch, wische auf dem treuen, alten iphone herum und sehe schlaftrunken in die Gesichter der versammelten Familie Rajasthani. Alle sind in orange-grün-weiß gekleidet und machen festliche Gesichter. Dann schreien Sie: HAPPY INDEPENDENCE DAY, LIEBE READ ON! Ich versuche noch meine Haare aus dem Kopfkissen heraus zuheddern und vor allem an meine Brille zu gelangen, denn so sehe ich nur verschwommene Schatten. Herr Rajasthani hat in der Zwischenzeit aber schon den Fernseher angedreht und in ohrenbetäubender Lautstärke schallt aus Delhi: Vande Mataram ins Schlafzimmer herüber und wieder schreit Familie Rajasthani geschlossen: „HAPPY INDEPENDENCE DAY, LIEBE READ ON. Auch der Tierarzt, dessen Schlaf durch wenig zu erschüttern ist, fährt aus den Federn und weil Familie Rajasthani gerade in Schwung ist, tönt es: HAPPY INDEPENDENCE DAY, LIEBER TIERARZT, alles unterlegt mit Fernsehgesang. RADHE-RADHE, sage ich und habe endlich die Brille auf. Schlaft weiter ihr Lieben ruft Frau Rajasthani und ihre Schwiegermutter schwenkt ein indisches Papierfähnchen. „Ich rufe nachher an“, sage ich und falle zurück ins Kissen. Der Tierarzt sagt: Mädchen, was war das für ein Gesang im Hause deiner verehrten Rajasthanis?
Oh, Tierarzt sage ich, dass Vande Mataram ist eines der zentralen Lieder der indischen Unabhängigkeitsbewegung und war unter den Briten verboten, eigentlich aber ist es ein Loblied auf Bahat Mater, auf Mutter Indien.
Der Tierarzt so viel Patriotismus um 3. 45 Uhr nicht gewohnt, sieht mich verwundert an und ich singe natürlich inbrünstig, wenn auch a-capalla das Vande Mataram für ihn. Tierarzt und Hund starren mich an. Dann falle ich zurück ins Kissen.

Als ich aufstehe, schläft der Tierarzt selig weiter, und nur der Hund schlappt mir hinterher. In der Küche rufe ich Frau Rajasthani zurück. „Read On, sagt sie, ich glaube der Tierarzt ist Punjabi. Das Haar!!!“ Nur Punjabis haben solches Haar. „Frau Rajasthani, sage ich, der Tierarzt aus dem County Kerry und so irisch, wie Gandhi-ji niemals indisch war.“ Frau Rajasthani klingt nicht überzeugt. Sie seufzt: „Wir müssen zum Schulspiel.“ Am Unabhängigkeitstag, der in Indien zwar Feiertag ist, veranstalten die Schulen Theaterstücke, die den glorreichen Kampf gegen die Engländer nachahmen, alle schwitzen und schwenken Papierfähnchen und der Direktor hält eine Rede. Sohn Rajasthani spielt einen englischen Offizier und zeigt mir stolz die blaue Spielzeugpistole. „He drives me crazy with that blasted gun“ schreit Frau Rajasthani. „Wer spielt Gandhi-ji, frage ich?“ Frau Rajasthani knurrt böse: der Franzose. Ich muss kichern. „Der Direktor dieser Bandit, schnauft sie weiter, ist in die Französischlehrerin verliebt und schanzt dem Sohn, natürlich Gandhi-ji zu. Ich muss lauter kichern. Der Direktor der Schule nämlich ist ein Mann mit betelschwarzen Zähnen und einem Talent zu überlangen Reden über die süße Pflicht zum Tod für das Vaterland und dass ihn nun die Französischlehrerin aus Annecy um den Verstand bringt, ist eine zu schöne Vorstellung. „Süße, sagt Frau Rajasthani, dank Dir hat Töchterchen den Essaypreis gewonnen.“ Ich muss sehr lachen, denn jedes Jahr schreiben Tochter Rajasthani ein Essay über „I am proud to be an Indian“, und immer gewinnt Töchterchen Rajasthani und der Direktor liest den Text vor und Frau Rajasthani und Töchterchen Rajasthani husten in ihre Taschentücher, denn es ist doch zu komisch, dass ein heimatloser Jude über die Verpflichtung zu den Werten Gandhi-ji’s schreibt und der Narendra Modi-Direktor- Patriot über die Sanskrit Zitate stolpert. „Ich muss laufen“, sage ich und werfe Küsse ins Telefon. „Radhe-Radhe ruft Frau Rajasthani.

Dem Tierarzt stelle ich Porridge mit Zimt, Heidelbeeren und Orangenfilets hin. Der Tee kommt auf das Stövchen, neben dem Tee steht eine große Flasche Heidelbeer-Joghurt Smoothie als Mitgebsel für den tierärztlichen Tag und neben dem Smoothie steht ein Glas Sanddornsaft. Ein bisschen verstimmt richtet das Fräulein diese Dinge, denn gestern trank der Tierarzt weder Tee noch aß er den Porridge, der Smoothie blieb unberührt und am Sanddornsaft ward nur genippt. Das alles erfreut das Frühstücksfräulein nicht und noch weniger gern lässt sich das Fräulein als „verstockter Essenserpresser von gnadenloser Härte“ beschimpfen. So greift das Fräulein also zu Zettel und Stift und schreibt: „The best way to find yourself ist to have brekafast first.“ ( Read Ons Interpretation der berühmten Worte Gandhi-jis. Dann verlasse ich das Haus und für viele Stunden denke ich an andere Dinge als an Gandhi-ji und den indischen Unabhängigkeitstag.

Aber dann denke ich doch an A. Frau Rajasthani hat ja jetzt Whatsapp und schickt mir erst ein Bild des Direktors, dann dreißig Modi-Karikaturen und dann ein Video von A. A. spricht über die Tränen der Soldaten und Fahnen. A. bleibt meine große Wunde. A. mit dem ich nächtelang stritt und jahrelang verging kein Tag an dem ich nicht mit A. sprach. A., der mir nicht auswich, auch nicht wenn wir uns über die Häuserdächer hinweg stritten, über Indien und über das Indien Narendra Modis. Wir waren im Slum immer Kino und die Leute wetteten wer wohl wo nachgeben würde und irgendwann lachten wir und A. küsste mich oder ich küsste A. und dann küsste A. mich nicht mehr, sprach nicht mehr mit mir, und die letzte Email habe ich nicht zu Ende lesen können. A. glaubte, dass Indien starke Soldaten brauche und ich glaube, dass Indien starke Frauen braucht. A. glaubte an die Fahne in der Hand der Soldaten und ich sagte: „ich habe Soldaten nach ihrer Mutter schreien hören.“ A. verschloss sich die Ohren.
Ich starre auf A.’s Gesicht und noch immer möchte ich A. sagen, dass Bahat Mater und auch Narendra Modi ihn nicht lieben. Aber ich habe dich geliebt, möchte ich sagen, ich habe dich geliebt A., aber dann lege ich das Telefon aus der Hand.

Zuhause ist außer Hund und Katze noch niemand da und ich krame im Schuhkarton, auf dem Bild auf dem ich suche, ist die Slumklinik noch ein Resopaltisch und das Mädchen auf dem Bild, das bin wohl ich. Fremd bin ich mir geworden, wie ich da gegen eine Wand lehne und um mich herum stehen die Frauen und Kinder, deren Namen ich damals noch kaum kenne, ich kann zwei Wörter Hindi und auf dem Bild sehe ich aus, wie jemand der so schnell weglaufen will, wie er kann. Aber das Mädchen da auf dem Bild ist geblieben und wer weiß vielleicht sitzt sie ja auch heute gar nicht vor dem Bett, sondern steigt mit den Rajasthanis hinauf aufs Dach und sieht den Kindern beim Drachen steigen zu. Danke Bahat Mater, flüstert die Frau auf dem Fußboden, dass ich mit dir wachsen darf.“ Dann rapple ich mich hoch, und schneide Okkra. „Trinkst Du einen Chai?“ mit, frage ich den Tierarzt?“ Der Tierarzt nickt. „There is no god higher than chai“, sagt der Tierarzt und ich nicke. „Fast Gandhi-ji“ sagt er. „Mit Ingwer oder ohne, frage ich? „Lieber mit, sagt der Tierarzt“. „ Ich denke, vielleicht hat Frau Rajasthani doch Recht und der Tierarzt ist in Wirklichkeit Punjabi. Die Punjabis wollen immer Ingwer in den Tee. Radhe-Radhe.

„A maid’s load oder Haushaltsschatten.“

Vieles was im großen und weiten Internet die Runde macht bekomme ich überhaupt nicht oder erst so spät mit, dass in Groß-Bloggersdorf längst schon ganz andere Themen auf dem Marktplatz besprochen werden.

Und so habe ich auch das Video, das Ariel India im Rahmen einer Kampagne gedreht hat, die dazu aufruft, dass Männer ihren selbstverständlichen Teil im Haushalt erledigen sollen, anstatt ihrer Frau Sonntags beim Blumen gießen zu helfen, erst neulich gesehen.

Das Video ist fast schon der griechischen Dramentheorie entlehnt: Die berufstätige Mutter kehrt beladen von der Arbeit zurück ( natürlich mit Laptoptasche: Indien ist ja jetzt Hightechland ) ihr Vater spielt mit ihrem kleinen Sohn, und während sie noch die Einkäufe ( frisches Gemüse!) auf die Arbeitsplatte wirft, verspricht sie ihrem Arbeitgeber schon die nächste Email. Dann bringt sie ihrem Mann, der auf dem Sofa fläzt Chai, rast zurück in die offene Küche ( das können die niemals in Indien gedreht haben ) und fängt an zu kochen, sammelt Spielzeug auf und wäscht dem Buben das verklebte Hemd ( es ist ja eine Waschmittelwerbung ) und all das beobachtet ihr Vater, der während er seine wirbelnde Tochter beobachtet von einer heftigen Katharsis überfallen wird: hat er nicht auch wie sein Schwiegersohn sich ein ganzes Leben lang von seiner Frau bedienen lassen? In einem Brief gesteht er seiner Tochter sein fehlerhaftes Handeln und kaum zurück zu Haus nimmt er seiner Frau die Wäsche aus der Hand und belädt selbst die Waschmaschine ( natürlich mit Ariel.) Schnitt.

Bei all den Geschichten, die dieses Video erzählt und offensichtlich erzählt es Geschichten mit denen Frauen in Berlin, Wien und London sich sofort identifizieren und es als ihre Lebensrealität interpretieren, die sich so sehr von den Frauen Delhis und Mumbais nicht unterscheide ,und von der aus sich gemeinsam organisierter Feminismus etablieren ließe, so wenig hat er mit irgendeiner indischen Lebensrealität zu tun.

Das Paar, das wir in dem Film sehen gehört ganz offensichtlich zu den 1 Prozent Indiens. Die Wohnung ist komplett westlich eingerichtet, nicht einmal ein Pseudo-Ganesha sitzt auf dem Regal, der Mann trägt ein Machester United T-shirt und sieht Fußball, dazu braucht man in Indien Sky und auf der Küchenanrichte steht italienisches Olivenöl ( italienisches Olivenöl ist in Indien abstrus teuer ), das ganze Leben, das diese Familie führt erzählt: hier mangelt es an Zeit aber nicht an Geld. Vielleicht ist er IT-Irgendwas bei einer Firma die in Hongkong und Dubai aktiv ist und sie ist vielleicht Rechtsanwältin in einer großen Kanzlei, die Klienten in New York, Shanghai und Mumbai hat. Internationales Vertragsrecht vielleicht. Was immer diese Familie, die es in Indien zweifelsohne gibt, nach Büroschluss macht, Aufräumen, die Waschmaschine befüllen, kochen, oder putzen ist es nicht.

Denn was in diesem Video völlig fehlt ist das Rückgrat jeder indischen Familie, die zur unteren, mittleren oder oberen Mittelschicht gehört. Jede indische Familie der Mittel-oder Oberschicht hat „Help.“ In jeder dieser indischen Familien sind mindestens drei Personen beschäftigt. Oft aber noch viel mehr.

Nach oben gibt es dabei keine Beschränkung.

So auch bei Familie Rajasthani, meine indische Familie, die zur mittleren Mittelschicht zählt, also deren Einkommen deutlich unter der Filmfamilie liegt. Morgens in aller Frühe ungefähr, wenn ich aufstehe kommt ein Mädchen, das die Dinge macht, die eine indische Frau niemals tun würde, wenn sie es nicht muss: die Toiletten putzen und den Balkon und die Terrasse kehren. Die Frauen, die die Toilette reinigen, tun dies bei mehreren Familien eines Blocks, denn wer in Indien die Toiletten reinigt, der wird niemals auch in der Küche Gemüse schneiden, kochen oder den Kindern Chai zum Frühstück machen. Für alles was in der Küche an Vorbereitungen anfällt, aber auch Wäsche waschen, die Betten machen und die Kinder der Rajasthanis von der Schule abholen, dafür kommt Sunita jeden Tag zu den Rajasthanis. Weil Herr Rajasthani liebend gern Auto fährt, hat Familie Rajasthani keinen Chauffeur, der sonst natürlich zu einem indischen Mittelklassehaushalt dazugehört. Die Rajasthanis haben auch keine Nanny, denn beide Frau und Herr Rajasthani arbeiten halbtags, um Zeit für die Kinder zu haben. Das heißt Zeit für: Schwimmbad, Malkurs, Mathezirkel, Videogame spielen, auf dem Bett hüpfen und so weiter und so fort, nicht zum Saubermachen, dafür hat man in Indien „Help.“.

Das Einkommen des Filmspots-Vaters läge im Jahr etwas bei 140,000 Dollar  und seiner Frau bei 160,000 Dollar im Jahr. Abhängig davon ob die Familie eine Haushaltshilfe beschäftigt, die bei ihnen wohnt oder eine oder mehrere Haushaltshilfen, die über den Tag verteilt kommen, zahlten sie 6,500 Rupees ( 100 Dollar ) im Monat für eine „Maid“, die all das Tag für Tag erledigt, was die Frau im Werbespot nach der Arbeit macht. Ein Kindermädchen ist ab 2000 Rupees im Monat zu haben, nur ein Chauffeur ist wesentlich teurer.Für 7000 Rupees bekommen sie eine „Help“, die an 7 Tagen in der Woche 12 Stunden am Tag für sie arbeitet.

Das Gehalt ist aber nur ein Faktor in der komplexen und komplizierten Beziehung zwischen Arbeitgeber und „Help“. Sunita ißt bei den Rajasthanis, das Schulgeld ihrer Kinder wird von den Rajasthanis übernommen, sie erhält zwei neue Saris im Jahr, Herr Rajasthani bringt sie Abends nach der Arbeit zurück in den Slum in dem sie wohnt und liefert sauberes Trinkwasser und alle die für die Rajasthanis arbeiten, auch gelegentliche Bauarbeiter oder Extra Help vor Feiertagen wie Diwali bekommen neben dem Lohn Essen und Trinken. Man kann sagen, dass die Rajasthanis faire Arbeitgeber sind und Sunita ist ohne Zweifel wertgeschätzt und geachtet und dennoch das Verhältnis zwischen Maid und Arbeitgeber ist ein Verhältnis unter extrem Ungleichen und das ist in allen indischen Familien der Fall.

Fast alle „Help“ kommt aus West-Bengal, Assam, Bihar oder Tamil Nadu. Die Frauen sprechen also kein Hindi und während Frau Rajasthanis Schiwegermutter mit mir mit Engelsgeduld Hindi übt und jeder noch so kleine Fortschritt begeistert bejubelt wird, würde es niemand für nötig halte mit Sunita Hindi zu üben. „ A help must know.“

Während wir selbstverständlich am Tisch frühstücken oder ich“ Hunger, Hunger, Hunger“ schreiend aus der Slumklinik heimkehre und sofort ein Paratha mit heißer Butter vor mir auf den Tisch wandert, ißt Sunita immer nach uns und niemals am Tisch, sondern in der Küche auf dem Fußboden und mag Sunita auch noch so Durst haben, wenn ich meine Wasserflasche fülle oder Herr Rajasthani nach Tee ruft, so gehen unsere Bedürfnisse immer vor. Während ich alle Bäder des Hauses benutze, mag ich auch so verschlammt und blutbefleckt aus dem Slum zurückkommen, so würde Sunita niemals die Familienbadezimmer benutzen, sondern benutzt eine Toilette eigens für „Help“ gedacht. ( Das hat Frau Rajsathani gegen den Widerstand ihrer Schwiegereltern durchgesetzt.)Viele der Haushaltshilfen und auch der Chauffeure dürfen in indischen Haushalten kein Badezimmer benutzen und deshalb sieht man auch in den vornehmen Vierteln der großen Städte in denen sich auch die Touristen tummeln, Männer ihre Notdurft an Zäunen oder Wänden verrichten. Das fotografieren dann die Touristen: „Da pisst der Inder in aller Öffentlichkeit.“ Alles Perverse“ und dann schüttelt sich der Tourist und holt Sagrotan aus der Tasche.

Auch Sunita hat keinen Arbeitsvertrag und muss sich darauf verlassen, dass die Rajasthanis ihren Teil der Vereinbarung einhalten und wenn Sunita zu Feiertagen oder zur Ernteunterstützung ihrer Familie in ihr Dorf zurück will, muss dies mit den Ferienzeiten und Bedürfnissen der Rajasthanis abgestimmt sein. Immer kommen die Rajasthanis zuerst. Immer komme auch ich zuerst und noch niemals hat Sunita sich ein einziges Mal beschwert, dass wenn ich zu spät komme, sich auch Sunitas Heimfahrt verspätet. In den Haushalten Indiens manifestiert sich die Ungleichheit unübersehbar und es sind alle Haushalte, denn alle Haushalte haben „Help“ auch mein Freundeskreis, alle wie Frau Rajasthani sagt: your Lefties“, alles Männer und Frauen, die zwischen Kasten heiraten, und erbittert über indische Politik und Gesellschaft streiten, doch niemand käme auf die Idee keine „Help“ zu haben.

Sitzt man Sonntag Morgens in einem der fancy Cafés von Khan Market, dann sieht man die „Help“, die während die Miss frühstückt, stoisch in der Sonne warten und an den Nebentischen hört man die Frauen seufzend sagen: „You know, the new help is so irritating.“ Dann kaufen sie Olivenöl. Eine Flasche kostet zwischen 800 und 1000 Rupees.

Der Markt für „Help“ ist undurchsichtig und unreguliert. In Delhi landen Tag für Tag Werbeprospekte vor der Tür, die billige, saubere und 24/7 verfügbare Help anpreisen. Es gibt Agenturen, Zwischenhändler und Netzwerke, die so schnell auftauchen wie sie wieder verschwinden. Die Regierung Narendra Modi und das hilft den ohnehin evidenten Strukturen von Ausbeutung hat das Verbot von Kinderarbeit wieder aufgehoben unter der Klausel, dass Arbeit für Verwandte erlaubt sei und so finden sich in vielen Dörfern „uncle“ die Kinder ab zehn Jahre in die großen Städte vermitteln, wo sie schnelle und leichte Opfer von Ausbeutung werden. Eine ungezählte Anzahl von Mädchen verschwindet in Haushalte Saudi-Arabiens, Doha und Kuwaits und der Slum ist für so etwas immer ein guter Seismograph: immer mehr Mädchen aus Bangladesch kommen nach Delhi auf der Suche nach Arbeit. Solche Nachrichten existieren in einer Endlosschleife Endlosschleife und sie beruhigen auch das Gewissen von Familie Rajasthani und mir: „Sind wir nicht gute Arbeitgeber? Die strukturellen Ungleichheiten lassen sich leicht vergessen, liest man über Familien, die ihre Haushaltshilfen bewusstlos prügeln oder ihnen den Rücken mit dem Bügeleisen verbrennen. So müssen wir nicht darüber nachdenken, wann es die letzte Lohnerhöhung gab, oder ob nicht auch Sunita einen freien Tag in der Wochen haben sollte.

Das Video von Ariel India aber imitiert einen westlichen Haushalt und erzählt die Geschichte westlicher Frustrationen, aber wieder vergisst es diejenigen auch nur am Rande zu erwähnen, die längst schon eingekauft haben, den Chai gerichtet, das Gemüse geputzt, die Wäsche gewaschen, gebügelt, gefaltet und einsortiert haben, den Abwasch erledigt, den Boden geputzt, den Buben versorgt und gesaugt haben, die dann essen, wenn wir satt sind, die dort sitzen wo wir nicht stehen, die keine Rechte haben, die wir ihnen nicht gewähren und die wenn wir die Schuhe zur Seite kicken schon bereit stehen, um sie gerade zu richten. #sharetheload heißt die Kampagne, aber wahrer und aufrichtiger wäre es wohl einmal über #amaidsload zu sprechen, wenn wir schon darüber sprechen wollen, wessen Beitrag in unseren Haushalten so unwirklich unsichtbar ist, wie es in Indien auch heute an einem Sonntag der Fall ist. In Delhi ist es jetzt 17 Uhr und Sunita, ich bin mir sicher sitzt auf dem Küchenboden und schneidet Okra. Am Sonntag haben die Rajasthanis immer Gäste. Montag Morgen wäscht Sunita ab.

Eine Banane

Immer am Montag kaufe ich bei der Frau des Krämers eine große Staude Bananen. Der Tierarzt nämlich hat sich überzeugen lassen, dass Bircher-Müsli mit zergatschter Banane eine feine Sache ist und wie Sie alle wissen: beim Tierarzt zählt jede Kalorie. Der Tierarzt löffelt also bananenversetztes Birchermüsli und ich werfe morgens eine Banane zum Apfel in die Tasche. Diese Woche sind die Bananen besonders gelb und saftig und weder grassgrün noch bräunlich angedellt. Wenn Sie so wollen: Bilderbuchbananen.

Heute Mittag ging ich mit der D. essen. Wir löffelten eine ziemlich bescheiden schmeckende Tomatensuppe und führten so Kollegengespräche:

Hast Du schon gehört?

Also wirklich ausgerechnet die G.

Ach, wenn das doch nur vom Tisch wäre.

Dann zog ich meine Banane aus der Manteltasche. „Magst Du die Hälfte als Nachtisch haben, D?“ Die D. aber sah mich an als hätte ich ihr eine Lösegelderpressung vorgeschlagen. „Bananen“ sagt die D. mit vor Empörung zitternder Stimme „würde sie seit schon Jahren nicht mehr essen.“ Bananen stopften und seien überhaupt wahre Kalorienbomben, ein Stück Torte sei ja nichts im Vergleich mit einer Banane, die den Stoffwechsel hemme und einem die Kalorienbilanz in dergestalte Höhen triebe, dass man sich davon nie wieder erhole.“ Ich starre die D. an und wie so oft denke ich an Indien. In Indien sind Bananen sehr billig ein Kilo Bananen kostet etwa 45 Rupien, was in etwa 60 Cent entspricht. Bananen sind billig und machen satt und so ist eine der Standardfragen in der kleinen Slumklinik: Tumne khane me kya khaya aaj? Was haben Sie heute gegessen und nahezu immer antworten diejenigen vor uns auf dem Stuhl: Ek banana. Eine Banane.

Das meint immer: eine Banane für den ganzen Tag. Ob sie als Bauarbeiter, oder Näherin arbeiten oder am Straßenrad bügeln, Schuhe reparieren, den Müll nach Brauchbarem sortieren, Straßen bauen, Schächte ausheben, oder die Kloake reinigen, die Menschen, Rikscha fahren und die im Slum leben, haben meistens Berufe die mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden sind, und in ihrem Budget ist Platz für eine Banane. Das ist alles. Das was an Budget übrig ist, wird immer in Nahrung für die Kinder investiert oder in sauberes Wasser, das es im Slum nicht gibt. Unter- und Mangelernährung ist neben Erkrankungen durch verseuchtes Wasser die größte Herausforderung und eine Haupttodesursache.

Eines Tages kam ein junges Mädchen in die Sprechstunde. 14 Jahre, schwanger und dünn wie ein Strich, ihr Mann ebenso dünn und 16 Jahre alt. Sie konnte vor Krämpfen kaum noch stehen: Tumne khane me kya khaya aaj? Was haben Sie heute gegessen? Ek banana. Wie sich herausstellte hatte sie in der gesamten Schwangerschaft niemals mehr und nichts anderes als zwei Bananen am Tag gegessen. Ihr Mann hingegen nur eine Banane. Die zweite Banane war für Frau und Kind. Der Mann sammelte Nägel und Schrauben aus den Brackwassern des Slums,unter den Ärmsten der Armen ist die Rangordnung ja ebenso diffizil wie unter der Superreichen und selbst im Slum in dem der Durchschnittsverdienst bei einem Dollar liegt, zählte jener Mann zu denen, die an guten Tagen vielleicht 50 Cent verdienen.
In Europa sind die Überlebenschancen für Frühgeburten ab der 23. Woche gut, aber der 28. Woche sehr  gut und in Indien in einem Slum in beiden Fällen aber extrem schlecht. Das gilt auch für unsere Klinik, denn Frühgeburten verlangen einen Ressourcenaufwand den wir nicht leisten können und den wir intensivmedizinisch nicht tragen können. Die meisten Frühgeburten also sterben in den Armen ihrer Eltern. Das ist Indien.

Die extreme Mangelernährung der Frau hatte zu einer Plazentainsuffizienz geführt und wir holten das Kind. 28. Woche. Ein Kind so groß wie eine Banane ein winzige Hand zur Faust geballt, ein entschlossenes Gesicht und der Vater stand vor seinem Kind und weinte vor Liebe und Angst um das Kind. Ja, auch in Indien lieben Eltern ihre Kinder mit der gleichen Entschlossenheit und Unbedingtheit wie in Radebeul oder Bonn.
Damals aber hatten wir gerade ein gebrauchtes Röntgengerät angeschafft und hatten kein Geld. Nichts. Der S. sah auf das winzige Wesen und sagte: „Das ist eine Kämpferin.“ Ich rief die C. an und bat zum ersten Mal in meinem Leben jemanden um Geld. „Ja“, sagte die C. und wir fuhren mit dem winzigen Wesen in eine teure Klinik. 4.000 Euro legte ich auf den Tisch und der Arzt lächelte ein bisschen amüsiert über diesen Notgroschen.

Zum ersten Mal bettelten der S. und ich. Hemmungslos. Klagend, Weinend und der S. „Wir als Kollegen…“ und dann nahm der Arzt das Mädchen und seine Mutter auf. Der Vater schlief im Blumenbeet vor der Klinik. Das Mädchen nannten sie Amita: Kennt keine Grenzen. Jeden Tag kamen wir in die Klinik und Amita ballte ihre winzig, kleine Faust, jeden Tag ein bisschen entschlossener. Amita hielt durch und Frau Rajasthani kochte für Amitas Mutter und ihren Mann, kochte mit der gleichen Besessenheit mit der wir den Arzt überzeugten dieses eine Mädchen auf der Welt zu halten. Und Amita blieb auf der Welt.

Als Amita zurück nach Hause kam, war sie etwa so groß wie normal entwickelte Kinder in der 28. Woche und der ganze Slum hielt Amita am Leben. Damals obwohl wir doch gerade das Röntgengerät angeschafft hatten und ich nun einen Batzen Schulden bei meiner lieben C. hatte, beschlossen wir, dass sich etwas ändern müsste und seitdem liegen in der Schublade des Klinikschreibtisches, kleine gefaltete, braune Papiertüten mit Geld für eine richtige Mahlzeit. Und wenn die Patienten auf die Frage: Tumne khane me kya khaya aaj?, mit: Ek Banana antworten, dann gibt es eine Mahlzeit auf Rezept. Eine Banane macht nicht satt. Vor zwei Jahren hatten wir endlich genug Geld um für alle Kinder und werdende Mütter zweimal in der Woche ein Frühstück zu organisieren: Milch, Bananen und Samosas an jedem Mittwoch und Sonntag. Jede Kalorie zählt und der Hunger ist ein großer, ein hartnäckiger, ein verbissener Gegner, und die Kinder haben vor der 40. Woche eigentlich keine Chance. Und auch in der 40. Woche ist die Chance noch immer ein Vielfaches geringer als in Europa. Noch immer ist der Geburtstag der indischen Kinder im Slum oft auch ihr Todestag. So ist das in Indien und deswegen sind wir ja auch dort.

Zwei Jahre später Amita rannte vergnügt und jagte Straßenhunde hatte ich 4000 Euro gespart und lud meine liebe C. zum Essen ein. „Danke“, sagte ich und dachte an den Abend an dem Amita auf die Welt kam. Die C. nahm das Geld und zwei Tage später hatte ich 4,000 Euro auf dem Konto: Betreff: Alles Banane.

In der Praxis meiner lieben C. hängt ein Bild von Amita und mir: Sie verschlingt ihre Frühstücksbanane und erklärt mir sie sei ein Tiger, aber einer der nur Bananen möge und ich sage: „Ich weiß, Mäuschen, ich weiß“ und sehe ihre kleine entschlossene Faust wie damals als sie auf die Welt kam und immer wenn ich vor dem Bild stehe und sentimental schniefe, kommt die liebe C. küsst mich auf die Nasenspitze und lacht: „So ist das wenn man Kinder hat.“

IMG_2760 (1).jpg

Die D. steht noch immer neben mir und erklärt mir warum die Banane die Abnehmsünde sei. Aber ich drehe mich um und sage: „Ich will das wirklich nicht mehr hören.“ Dann drehe ich mich um und esse die wirklich sehr gute Banane, nicht zu grün und auch noch nicht braun angedellt. Eine Banane. Ek banana.

02. Juli 2017: Ich bin sehr gerührt und sehr dankbar für all Ihren Zuspruch und Ihre überwältigende Hilfsbereitschaft! Nun ist es mit Spenden eine gar nicht so einfach Sache, sondern eine rechtliche und auch strukturelle Herausforderung. Ich werde überlegen, ob und wie und welche Möglichkeiten es gibt und melde mich dann hier an alter Stelle. Aber ich bin unendlich dankbar vor allem dafür, dass Sie Anteil nehmen. Es gibt Dinge, die sind in Geld und Gold niemals aufzuwiegen. Danke. Von Herzen. Immer Ihr Fräulein Read On.

Again

Again and again my heart bleeds. When will the government finally step in? When will policemen, who are fathers and husbands as well stop looking away? When will India cherish is daughter’s lives? Why can behavior that ripped a body into pieces still be described as ‚ladki cheddna'( eve- teasing )? Why do we treat our Dalit sisters worse than our cats and dogs? Why do we call cold-hearted violence and murder a tragedy? Where are the men defending their sisters, mothers, aunts and fiancés, girlfriends and wives rights to move around without boundaries? Shouldn’t this be the ultimate attack on a men’s honour? My heart bleeds for so many years now. Often I feel defeated and sometimes I wonder if it will ever stop?

 

 

Deep diving

IMG_2429

Every evening I went swimming in New- Delhi. The pool was a separated one . One half reserved for women and the other half for men. A third basin was reserved for those,who couldn’t swim at all. Most of them were men, all of them deeply embarrassed that I would notice. They shouldn’t have worried: in the moment I take off my glasses, I am blind as a snake. The men on the other side of the pool tried to impress me with their ability of jumping dolphin-like into the water or to swim as fast as a shark. They shouldn’t have bothered: in the moment I take off my glasses I am blind as a snake. I never got so many phone numbers and was never asked so often: will you marry me? My answer was never yes but I always explained that a much better way to ask someone out, would be a question not quite so fundamental: Namasté, would you like to get a cup of chai? Or Namasté, isn’t it awful hot today, would you like to join me for a cold guava juice? They all eagerly agreed that such an opening would make much more sense. I closed my eyes, diving deep under the water, swimming away from a long day and all the pictures I am unable to forget. I swam and just tried to remember how the water feels on my skin and to forget everything else. The men grew used to me and when new men came, who peered at me under water, before asking me to marry them (one should always check first before buying ) the other men, pulled them out of the water, slapping them hard into the face. Nej, no said I, let it go, because I so desperately needed these forty minutes without blood and pain and anger. I swam and dived deep to forget everything beside the water under my skin. One evening a group of men started a fight, but I was too tired to find out what it was all about. The men responsible for the pool picked up wooden sticks, long and quite sharp, normally used to send off street dogs, separating the men, beating them hard. Then they left, but I dived deeper and tried harder to forget the day. I needed these forty minutes so badly. I wore an orange colored swim suit, the other women came to touch my hips, my breasts and sometimes my ears. ( My ears are quite nice. Seriously). I answered all questions regarding my breasts, hips and my quite, nice ears. In the cloakroom they all tried on my swimsuit. They liked it very much. Their only concern was that the nipples were showing. But I didn’t care, I needed the forty minutes in the water so badly. When I left I bought a similar  swimsuit for S. a young Muslim teacher I taught to swim.  She wore it over her long shorts and T-shirt. I think it suits her tremendously well. But I swam and dived deeper, the water under my skin,I swam away from the memories of the day. Even when the black flies came I didn’t care much. I was so tired, so very tired and so in need of the water, the silence and the forty minutes where everything was weightless and light as if I were swimming in an ocean far away from the world.

Tonight I sit on a desk in Dublin and New-Delhi is far way. In the news they say Refugees are not allowed into the swimming pool in a town in Germany due to anti-social behaviour or whatever you might call it.  I still see me sitting in front of the entrance door of the swimming in South-East Delhi waiting to dive deep into the water, reading the long list of rules and complaints, while the men waiting with me were parading up and down, trying to convince that they were a perfect match. I still see Mrs Rajasthani shaking her head whenever I drove off to the swimming-pool. That’s too dangerous, Read On, she said, but I just smiled and thought how badly I needed these forty minutes in the water, alone.

I don’t have any answers. But having spent the greater part of my life outside of Europe I know for sure, that the freedom women enjoy in Western Europe is an exception and comes at a price, in New-Delhi, Kinshasa and wherever you might live or swim. I wish it wouldn’t be the way it is. The only answer I have is S. the young Muslim teacher and all the other women diving deep into the water, as long they are there, as long as they are coming back despite resistance at home, as long as we are diving deep under the water and up to the surface again ,I am not afraid.

IMG_2687

 

Jyoti

I drink coffee and then I put the kettle on to make herbal tea. Then I go for a walk and talk to the grocer’s wife. I run some errands and have lunch with the priest. I dust the bookshelves and text with T. I sort out the books I want to take back to Berlin tomorrow and I look out of the window. I pat Queen Cat’s back and put a record on. I try to sleep for twenty minutes and  begin to knit a Yoda hat for my niece. I wash my hair and water the plants. I sit on the stairs and throw out newspapers. Then I wait for the vet, who wants to come by later. An ordinary sunday. But again and again, I get back to my notebook and look at the scenes unfolding in in New-Delhi. I think of all the women I know and all the children I care for and I remember how I walked down an empty road not late at night.

My heart is heavy.

Delhi Diary-In words

It is not enough. It is never enough. 18 hours a day is not enough. Three, thirteen or thirty-three months are not enough. Maybe a lifetime or two. Here, nobody comes. It is even hard to know the address. No politicians, no David Cameron, no Angela Merkel will ever come to visit. The public opinion does not care. But everybody cares about cheap t-shirts and cheap shoes. Here you meet their producers, sewing, dyeing and cutting your clothes for a salary that is no salary at all. Your technological equipment, long abandoned for a much newer version lives on here. the children of the slum are picking garbage and electronic scrap has quite a bit of value. It is quite surprising that the slum is such a big garbage pit for European waste and not as all angry men and women, who write to me assume, a consequence of Indian disarray. Since Independence in 1947 there has been no famine in India. In the slum you will not find pictures of nearly starved to death bodies or children sitting apathetically on the ground with flies in their eyes. In the slum you will see women, children and men who are constantly hungry, who do not the know feeling of being not hungry and who are malnourished. It is quite commonplace to see a family, who eats nothing than boiled chickpeas, for breakfast, lunch and dinner. No, nothing goes with the chickpeas. Just chickpeas. Hunger is an endemic phenomenon. The numbers vary but in the slum it is not 30 or 50 percent, it is 100 percent of all children, who are underweight. And yes hunger is a bigger threat for children in India than for those in subsaharan Africa. Maternal underweight leads to the consequence that I never, not even once saw a baby born that was not underweight. A striking feature of the persistence of this situation is the public attention it gets. It doesn’t get any. Poverty is dangerous state, most people in the slum are unable to afford a gas cylinder , where they can cook on, still many people use wood fire and most often it is the children, who have to tend the fire, day after day burns have to be treated. The most common diseases in the slum are all hunger and hygiene related, diarrhea is one of the highest killers of newborn babies and the spread of inflectional diseases is unsurprisingly closely related. there are no toilets, no sewage, no garbage collection and there is no clean, meaning filtered water. Electrocution due to unsafe electricity lines and unearthed plugs is a second and massive threat. Stray dogs and most often aggressive monkeys are a threat for those, who sleep outside on the streets of the slum. No it is not like in the movies. And yes at least three times a day I want to leave. There are not such things as easy solutions and often it feels as if I am pouring water on simmering hot stones. Of course nothing I do is right. Of course I surrounded by experts, who know everything and do know everything better, just because they eat Chicken Tikka once a week. From one side I get angry emails accusing me that I waste the honest taxpayer’s money on Indian streets. They angrily shout and bark at me for them the children are thieves, the men tricksters and the women mixture of both. I am and this a direct quote “ am a nasty piece of sh*t that works on the downfall of civilization.“ The other side and both sides have much time to write lengthy epistles accuse me of a want to show off, to suppress the people even further though my mere presence and to represent white dominance and of course would do this anyway to click good-looking pictures of myself. If I would not be so tired I would laugh heartily at them and envy their simplistic view on the world. In reality I always look wrecked and sweaty, in reality it is a painstaking attempt not to give up, not to be overwhelmed by problems and their complexity, to think things through under enormous pressure, to cash in own money for years because development aid and projects for women and children are always, always, always under threat. It is frustrating and means a lot of talking with the people living in the slums, it means being thrown into conflicts between religions, between outbreaks of violence and again and again trying not to drown in a lake of hopelessness. It means listening and listening and listening again. No, I do not expect any thankfulness. I am still a firm believer that every woman, every child, every man counts. One world for all of us.

Thanks to all of you, who have been reading and commenting the Delhi Diary, I felt in very good company with all of you, I felt braver and happier and very much grateful that you accompanied me on my way. Namasté

Ihnen allen, die Sie meine Zeit in Delhi begleitet haben, mein herzlichster Dank. Ich habe mich wohlbegleitet gefühlt, all Ihre Kommentare gerne und wieder gelesen, und mich sehr gefreut, das mit kommen wollten nach Delhi und in einen Slum in der Mitte der großen Stadt. Namasté.

Now in bed for at least a week or so.