In einer Reihe.

Heute Mittag, so gegen 12 Uhr, da saß ich im Flugzeug von Dublin nach Frankfurt. Ich sitze immer auf Platz 26 A. Es ist schon merkwürdig, dass ich die ich doch mehrere Pässe und keine Heimat besitze, auf einer Platznummer beharre, und immer wenn ich nicht auf dem Platz 26 A sitze, werde ich unruhig und mehr als einmal habe ich den Platzhalter auf 26 A dann schon gefragt, ob er nicht mit mir tauschen wolle. Aber heute, saß ich auf meinem Platz und hinter mir saß eine Familie. Ihr Arabisch ist mein Arabisch und so hörte ich, wie die Familie leise flüsternd ihren Heimaturlaub in Tunis plante. Dann aber kamen drei weitere Reisende und beanspruchten die Reihe 27 und eine Stewardess besah die Flugkarten der Familie und stellte fest, dass diese zwar tatsächlich in Reihe 27 sitzen würden, aber nicht auf dem Flug von Dublin nach Frankfurt, sondern auf der Weiterreise von Frankfurt nach Tunis. Der Mann der Familie sagte: Verzeihen Sie vielmals, wir wollen gleich aufstehen, sorry, so sorry. I am so sorry, wiederholte er wieder und wieder, deutete eine Verbeugung in Richtung der Stewardess an und wieder sagte er : We are so sorry, so very sorry.“

Dann gingen der Mann, seine Frau und ihre kleine Tochter nach vorn, ihre neuen Sitzplätze zu suchen und ich hörte ihnen zu, sah die Stewardess an, die ungeduldig über die Verwechslung, die langen Entschuldigungen und die nachdrängenden Passagiere, die Augen verdrehte und auch als ich den Mann und seine Familie schon nicht mehr sehen und auch nicht mehr hören konnte, da erinnerte ich mich, denn der Mann und seine Familie, das waren ja wir. Das waren meine Großmutter und ich. Als ich ein kleines Mädchen war und in den langen Sommerferien zu meiner Großmutter nach Deutschland kam, da fuhren auch wir zusammen in die Sommerfrische. Nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Zug. Wir fuhren nach Norden und verbrachten vier Wochen auf Borkum oder tief in den Süden und wanderten durch Oberbayern, aber immer begannen unsere Reisen mit einer Zugfahrt. Immer warnte mich meine Großmutter, denn mein Deutsch war damals noch viel Schlechter als heute, dass ich im Zug doch so wenig wie möglich sprechen sollte. Auf keine Fall gälte es laute Fragen zu stellen, oder durch das Abteil zu krähen, am Besten sei es ich flüsterte ihr, wenn ich etwas wollte, leise in ihr Ohr. Besser noch aber sei es, während der Fahrt zu schweigen. So saßen wir nebeneinander im Zugabteil. Die schweigende Frau und das verstummte Kind. Meine Großmutter nahm meine Hand in ihre und so fuhren wir mit fest ineinander verschränkten Händen durch Deutschland. Meine Großmutter sprach das schönste Deutsch, das ich jemals hörte. Ihr Deutsch war makellos, sie verschluckte keine Silben, sie verachtete Redensarten und vieles verzieh sie aber niemals vergab sie Schlampereien mit der deutschen Sprache. Meine Großmutter sprach nicht einfach Deutsch, meine Großmutter liebte Deutsch, liebte jedes einzelne Wort, trug Gedichte, Romane und Novellen unter ihrer Zunge, und niemals gab sie meinen Fehlern nach. Noch mehr aber war sie die großzügigste Liebhaberin der deutschen Sprache, sie hielt kein Wort vor mir zurück, auch die Wörte, die ihr die teuersten waren, legte sie mir in die Arme, bis ich sie nicht mehr vergaß. Aber im Zug, auf jenen Reisen da sprach meine Großmutter ein künstliches Deutsch, das Deutsch des Mannes im Flugzeug. „Entschuldigen Sie bitte vielmals.“ Ich bitte um Verzeihung für die Verzögerung.“ Bitte entschuldigen Sie doch. Stumm reichte sie dem Schaffner die Fahrkarte an, ängstlich darauf bedacht diese nicht zu knicken, den Ausweis vorsichtshalber gleich mit bereit zuhalten und die Reservierungsnummer überprüfte meine Großmutter mindestens dreimal, bevor wir uns wirklich setzten. Einmal da hatten auch wir übersehen, dass die Wagenreihung geändert worden war und wir auf den falschen Plätzen saßen, da bekam meine Großmutter rote Flecken auf den Wangen und entschuldigte sich wieder und wieder für den begangenen Frevel nun einmal auf dem falschen Platz gelandet zu sein. Die roten Flecken wichen auf dieser Reise nicht mehr von ihrem Gesicht. Sprach einer der Reisenden aber meine Großmutter an und bat um ein zu öffnendes Fenster, eine Auskunft über die nächste Haltestelle oder um Aufsicht über das Gepäck, um auf die Toilette zu gehen, so antwortete meine Großmutter:“ aber selbstverfreilich“, gewiss doch, gehen Sie unbesorgt, gern haben wir ein Auge auf ihr Gepäck. Es fehlte nur noch, dass sie sich noch einmal entschuldigt hätte, die Gepäckbeaufsichtigung nicht schon vorauseilend angeboten zu haben. Auch wir hatten in unseren Rucksäcken und Taschen glänzende Äpfel und Käsebrote, Bad Lauchstädter Wasser und eine Thermoskanne voll Tee mit Zitrone. Aber gegessen oder getrunken haben wir niemals auf unseren Reisen, wie wir auch niemals sprachen. Denn in der Stimme meiner Großmutter lag das gleiche Bemühen des Mannes aus Tunis, bloß keinen Fehler zu machen, nur nicht die Deutschen und ihre Launen auf die Probe zu stellen, unter gar keinen Umständen aufzufallen, ein Aufsehen zu erregen und das Unbehagen des Schaffners oder der Mitreisenden zu erregen. „Kind, sagte meine Großmutter, es gilt das Stillschweigen zu bewahren, denn man weiß nie.“

Ich sah sie an und meine Hand lag in ihrer, und meine Großmutter sah aus dem Fenster und vor ihr zog Deutschland vorbei am Fenster und so wie ich ihre Hand umfasste, umklammerte sie meine , so fest, dass die Abdrücke ihrer Finger noch Tage später auf meiner Haut zu sehen waren, „man weiß nie, mein Kind“ sagte meine Großmutter, dann schloss sie sich für lange Stunden im Schlafzimmer ein und ich lag vor der Tür, und wollte sie zurück in meine Arme ziehen. „Man weiß nie mein Kind!, sagte meine Großmutter und schlug auf den Tisch als ich das ch, nicht vom sch unterscheiden konnte, die Tassen wackelten und ich übte mit verknoteter Zunge. Meine Großmutter hatte ja einmal auch im Zug nach Auschwitz gesessen, vielleicht hielt ihre Hand, die Hand ihres Vaters, wie ich mich an ihrer Hand festhielt und als sie gen Auschwitz fuhren, erzählte mir meine Großmutter, später, da war ich kein Kind mehr, da habe ihr Vater noch einmal erzählt die Mädchen seiner Kindheit, die Lieder seiner Jugend, die Gedichte, die er lernte, um ihre Mutter, seine Frau zu beeindrucken, als wusste er schon, dass er nicht mehr zurückkehren würde von dieser letzten Fahrt. Und meine Großmutter legte sich seine Lieder, seine Geschichten, seine Gedichte unter die Zunge und meine Wiener Wörter, meine Wiener Geschichten, meine Wiener Lieder und meine Wiener Gedichte sind einmal seine gewesen. „Man weiß nie“, sagte meine Großmutter und sah die Mitreisenden, den Schaffner und den Mann der Kaffee servierte niemals an. „In Deutschland weiß man nie“, sagte sie und wir schwiegen auf der Reise. Erst als wir ausstiegen, um in eine Pension oder ein Hotel zu gehen, da öffnete meine Großmutter ihre Handtasche, brach uns beiden ein gewaltiges Stück Nussschokolade ab, und kehrte zurück zu ihrem Deutsch, das immer ironisch und liebevoll, floskelfrei und zärtlich war, erzählte mir vom Schwabinger Fasching 1910, von der Kaiserkrönung in Aachen, von der Rosstrappe und Goethe, der in Weimar mit dem Herzog auf dem Marktplatz Peitschen knallte, aber als wir einmal nach vielen Stunden in Florenz ausstiegen, da hob sie mich hoch und lachte: „Oh wie dürstet mich nach der Sonn.“ Und so lernte ich Albrecht Dürer kennen. Bis ganz zum Ende aber sind wir beide schweigend durch Deutschland gefahren und als ich dem Mann aus Tunis zuhöre, höre ich meine Großmutter reden, höre ich mich, denn auch ich rede mit deutschen Autoritäten anders als üblich, immer in der Vorstellung lebend, etwas grundsätzlich falsch zu machen, so fundamental falsch zu sein, die Sitzordnung zu empfindlich zu stören und auch ich halte zur Fahrkarte immer auch schon die Bahncard bereit, denn in ihr und auch in mir, lebt noch immer die Frage, wie es denn sein konnte, dass ihr Vater, der Wiener Jude mit der Liebe zum Meer und dem Herzen voller Geschichten in einen Zug nach Auschwitz stieg, um nie wieder zurückzukehren. Kalt waren die Hände meiner Großmutter während unserer Reisen und schlief ich neben ihr ein schlug ihr Herz laut und schnell und heute im Flugzeug von Dublin nach Frankfurt, Platz 26 A, da blieben meine Hände noch lange so ineinander verschränkt, wie damals auf jenen Reisen, als ihre Hand meine hielt.

( Back then I wished I would have screamed or shouted or at least having spilled some tea. But I never did and I did not scream or shout today either. I was a quiet, a rather solemn child back then.)

28 Gedanken zu “In einer Reihe.

  1. Und weil sich viel zu viele Menschen in Deutschland viel zu viele Gedanken (und immer zu Unrecht) darüber machen, ob sie wohl hoffentlich nicht irgendwo bei echten oder vermeintlichen Autoritätspersonen anstoßen, bin ich bei meiner Spießerseele ein klitzekleines bisschen froh über jeden Teenie, besonders über jedes Mädchen, der bzw. das sich die Haare grün oder blau färbt, verschiedenfarbige Doc Martens unterm Minischottenrock trägt und laute Musik in der Bahn hört. Zehntausendmal lieber fahre ich in einem Wagen solcher Bratzen von Flensburg nach Garmisch und zurück, als eine einzige stumme Familie zu sehen, gar mit kleinen Kindern, deren Herzen hörbar klopfen, sobald sich der Schaffner nähert um ihre völlig perfekte Fahrkarte abzustempeln.

  2. Ihr Text hat mich sehr berührt. Auch ich finde keine Antwort auf die Frage, wie so viele Menschen in einen Zug nach Auschwitz steigen konnten ohne Rückkehr. Dass Ihre Großmutter ein Zugfahrt- Trauma hatte wundert mich nicht. Es ist ein dunkles Kapitel Geschichte und es ist nicht wiedergutzumachen, niemals. Und niemals darf es in Vergessenheit geraten.
    Dass Ihre Großmutter (dennoch) die deutsche Sprache liebte, finde ich ganz wunderbar.

  3. Ich komme gerade nach Hause von einem schönen Abend hier im kleinen lucchesischem Dorf und lese dann Ihren Beitrag.
    Oft denke ich mir, nur zurückhaltend bleiben, nicht aufsprechen, Demut zeigen, denn ich bin doch der Nachfahre der Leute, die hier soviel Unheil angerichtet haben.
    https://foroboario.blogger.de/stories/2608021/
    Aber meine Freunde hier, die ich schon immer kenne, wissen, dass ich eben kein Täter bin und dass ich ihr Freund bin.
    Dass ich mich manchmal schäme, was meine Landsleute hier angerichtet haben, würden die jungen Leute hier gar nicht verstehen.
    Liebes Fräulein Readon, wir, die wir nicht wirklich Täter und Opfer sind, müssen frei aufsprechen und unseren Reiseproviant freudig verzehren.
    Durch Offenheit, durch Freundschaft und Bewußtsein über das Böse können wir wir die Vergangenheit überwinden!

    • Vielen Dank donferrando, Sie haben so treffende Worte gefunden. Auch ich habe mich schon öfters geschämt, ohne Täter zu sein. Und ich hoffe sehr, dass sich, wie Sie sagen, durch Offenheit und Freundschaft das Böse überwinden läßt.

  4. Ja, man weiß nie mit den Deutschen. Ich habe fast 20 Jahre in Deutschland gelebt, sehr gern, im Süden, im Osten, im Westen, aber man weiß nie. Ich habe die Wiedervereinigung vor Ort erlebt, als Staatsbürger eines Landes, das kurz dem 1000-jährigen Reich angehörte, mit gemischten Gefühlen. Man weiß ja nie. Ich habe mit stramm rechten Nachkommen ostpreußischer Herrschaften im Russischkurs gesessen – sie waren an sich harmlos, aber man weiß ja nie. Ich habe die Rebublikaner und die NPD kommen und auch wieder gehen sehen. Aber man weiß ja nie.

    Ich bin wieder gegangen, nicht wegen etwaigen Ausländerhasses, sondern weil mir das deutsche Gejammer zuviel wurde – es geht ihnen so schlecht, den Deutschen, wenn man ihnen Glauben schenkt. In meiner alten Heimat, nun, da bin ich immer noch nicht angekommen, werde ich wohl auch nicht, wir bleiben uns fremd. Ein Deutscher lehrt mich nun Klavierspielen, während ich mein Kind begeistere für die deutsche Sprache, für die Romane der Deutschen, ihre Gedichte, ihre Musik, ihr Theater. Ach, Deutschland, Du bist ein merkwürdiges Land! Du warst mir Heimat, Du fehlst mir manchmal, aber welchen Weg Du einschlägst – man weiß es nicht. Weißt Du es?

  5. Dieser Text hat mich tief berührt. Situationen, in denen ich irrtümlicherweise (verbotenerweise?) auf einem falschen Platz sitze, verunsichern mich in einem Maße, das zu dem eigentlichen Sachverhalt in keinem vernünftigen Verhältnis steht. (Und ich habe keine plausible Idee, woher diese Angst kommt.)

  6. So traurig.
    Ich weiß gar nicht wirklich, was ich schreiben soll, darf, möchte, kann.
    Das Deutschland von heute (trotz der schrecklichsten aller schrecklichen Hypotheken) ist nicht merkwürdiger als all die merkwürdigen Länder überall auf der Welt.
    Und so wie es für mich nicht DEN Franzosen, Den Kubaner, Den Tschechen, was auch immer, gibt, so mag ich nicht zusammengefasst werden mit DEN Deutschen, denn die gibt es so wenig wie die anderen auch nicht.
    Aber eines gibt es für jeden von uns: Unsere Großeltern und die Spuren, die sie in unserem Leben hinterließen.
    Und so schön mein Leben nun ist, ich wünschte, ich könnte dieses eine Spur löschen, was leider nicht geht, da bin ich bei donferrando. Und ich bin ganz bei Kiki.
    Ich kann nur im Jetzt was machen und das, was mein Leben ausmacht, ins Morgen weiter geben.

  7. Gut möglich, daß Ihre Großmutter, denn Sie haben schon viel von ihr erzählt und so kann ich es mir gar nicht anders erklären, nicht nur aufgrund des von ihr Erlebten – Durchgemachten, hätte mein Großmutter gesagt -, auf den Zugfahrten mit Ihnen so reagierte, wie von Ihnen beschrieben, sondern vor allem aus großer Liebe zu Ihnen. Weil das Deutsch des kleinen Mädchens mit den schwarzen Haaren zu Fragen hätte Anlaß geben können …
    Sie wollte, glaube ich, ihr geliebtes Enkelkind beschützen.

    Beim und nach dem Lesen mußte ich auch an manche Geschichte aus meiner Familie denken. So wurde mir erzählt, wie Anna Seghers oftmals zu flüstern anfing, selbst auf Spaziergängen im Freien, wenn das Gespräch – unter vier Augen (!) – auf heikle politische Geschehnisse in der DDR kam. Kaum vernehmbar gab sie dann zu verstehen, vor wenigen Jahren noch wäre man für solche Gedanken umgebracht worden, zumindest für sehr lange Zeit hinter Gittern oder in Lagern verschwunden.
    Allerdings meinte sie damit Stalins großes Reich.
    Auch dort „wußte man nie“.

    (Diese Erfahrungen hatten sich in sie eingefressen, waren noch – eben auch als Verhaltensmaßregeln –
    lebendig in ihr zu einer Zeit, die schon eine andere geworden war.)
    _____________________________________________________

    In einer Welt, in der man grundsätzlich nicht wissen kann, was kommt, ist es gut, zu wissen, daß das Fräulein Read On in der Regel auf Platz 26 A sitzt, wenn es in der Luft ist …

    Zumindest kann dies nichts schaden, hätte meine Großmutter gesagt.
    Aus ihrer Erfahrung heraus in verschiedenen Staaten eines Landes, Deutschland genannt.

    • Danke für ihren Kommentar und die Erinnerung an Anna Seghers. Das 20. Jahrhundert war wohl auch das Jahrhundert in dem das Misstrauen und die Angst, die diffusen Befürchtungen porentief reichten, sich festsetzen und wohl auch in uns weiterleben- so oder so

  8. Oh, Fräulein Read On, säße ich auf 26 A, ich würde sofort tauschen, selbstverfreilich (<3) und wie schön wäre es, die Frau Großmama kennenzulernen und ihr Deutsch, aber nicht im Zug. Das ist einer dieser Momente, in denen ich traurig bin, dass ich meine Oma viel zu wenig fragte, obwohl ich nicht weiß, ob und was sie geantwortet hätte, nein, man weiß nie.

  9. Es zerreißt mir das Herz. Und deshalb frage ich erst gar nicht, wie Sie, die Sie doch gerade erst in Venedig waren, jetzt plötzlich in einem Flugzeug von Dublin nach Frankfurt sitzen können.

  10. Die Großmutter wäre stolz auf das einstmals so stille Kind, welches heute mit seinen Erzählungen
    so viele Menschen erreicht und berührt. ☀

  11. Wow, das ist mal wieder ein Beitrag von Ihnen, der ganz harmlos anfängt. Man fühlt sich angesprochen und könnte selbst so eine Geschichte erzählen. Auf einer Party würde wahrscheinlich ein Wort das andere geben und der zweite Teil der Geschichte würde nie erzählt. Und der zweite Teil ist wieder ein Meisterstück, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Es zeigt auch sehr deutlich wie lange und wie viele Generationen der Horror nachwirkt.
    Was mich andererseits wundert ist, dass Ihre Großmutter hier so vorsichtig war. In Anbetracht der anderen Geschichten, die Sie bereits von ihr geschrieben haben, hatte ich ein anderes Bild von ihr.

    • Ich glaube man macht sich keine Vorstellung davon wie lange der Horror weiterlebt, wie tief er sich eingräbt in die Knochen und Herzen und meine Großmutter, die sich doch vor nichts fürchtete, kam über den Schrecken der Zugfahrt niemals hinweg.

  12. Ich liebe Ihre traurigen Widersprüche und die Art, wie Sie darüber erzählen. Wenn Sie sich jetzt noch aufraffen könnten, Meeresfrüchte zu geniessen und eine klitzekleine Schinkenscheibe am Fischfilet nicht als nicht koscher, sondern als Gewürz zu sehen, wäre Ihre Welt – vielleicht – … (hier fehlt ein Wort. Ein deutsches wohl, aber ich finde es nicht: die, die mir einfallen sind allesamt belehrend. Aber das ist nicht meine Absicht).

  13. Was man als Kind lernt (und sei es durch zuschauen, fuehlen, hoeren), das laesst ein nicht mehr los. Survival mode, if reasonable or not, is powerful.

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