As an exception in German: Perlweiße Zähne

Schon in der Schule wurden der V. nur die besten Aussichten prophezeit. Nein, besonders klug ist die V. schon damals nicht gewesen. Eine gewisse Fähigkeit zum auswendig lernen kam ihr zu Gute, ein freundliches Gemüt und rostbraune Locken, die sie sich um den Zeigefinger wickelte, um sie dann blitzschnell und unverhofft zurückschnellen zu lassen.Die V. sagte nicht dümmere Sachen als andere, lachte nie zu laut oder zu leise. Sie war mit allen gleichermaßen befreundet und nur mit der F. glaube ich für ein paar Wochen zerstritten. ( Anlass war ein Lacoste Tenniskleid, das die V. in der Auslage eines Schaufensters bewundert hatte, bevor es die F. am nächsten Morgen trug. Aber das wiederum ist eine andere Geschichte.)  Bewundert und beneidet gleichermaßen wurde die V. schon damals allein wegen ihrer ebenmäßigen und perlweißen Zähne. Ein Gebiss hatte die V. das makelloser nicht hätte sein können. Ein Gebiss aus dem Dentistenträume gemacht sind, ebenmäßige, glatte und so schneeweiße wie feste Zähne hatte die V.  Es ist ganz und gar nicht übertrieben zu sagen, dass die Zähne der V. schlichtweg glänzten. Die V. war sich dessen schon immer bewusst. In den Schulpausen, ich habe es selbst gesehen, überprüfte die V. ihr Gebiss in einem eigens dafür mitgebrachten Taschenspiegel und besah sich auf das Genauste ob die Zähne noch ihrem Ruf entsprächen. Erst wenn der Zahnschmelz zu ihrer Zufriedenheit funkelte, steckte sie befriedigt nickend den Spiegel zurück in ihre Tasche. Die D. erzählt, die V. habe ihr ergebene Buben sogar gegen eine kleine Gebühr ihre Zähne befühlen lassen. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, damals bin ich schon nur noch sehr selten zur Schule gegangen. Fakt aber was, wenn die V. lächelte, langsam und gekonnt, ihr Lächeln war immer erst vorsichtige Andeutung bevor es sich dann in vollem Glanz entfaltete. Lächelte die V. dann aber, hielten wir alle, die Welt selbst eingeschlossen den Atem an. Von einer solchen Schönheit waren die Zähne der V. Später dann, hat die V. es ist wenig überraschend einen Zahnarzt geheiratet. Es war so erzählte mir der B. einmal Liebe auf den ersten Zahn gewesen. Überall in der Praxis habe der Zahnarzt, Plakate mit dem Gebiss der V. aufgehängt. Dies, so der B. habe die erfolgreiche Praxis zu einer überaus erfolgreichen werden lassen und den Zahnarzt und Ehemann der V. bewogen einen weiteren Kollegen einzustellen. Zwei Kinder hätten die V. und ihr Zahnarzt ebenfalls bekommen. ( Über die Beschaffenheit der Zähne der Kinder, ist jedenfalls dem B. nichts Näheres bekannt.) Der neue Kollege habe sich als überaus verständig erwiesen, um nicht zu sagen: als sehr begabt. Die Begabung des jungen und talentierten Kollegen aber habe sich nicht auf die Extraktion von Zähnen beschränkt, sondern sehr bald sei der junge Kollege auch der V. und ihrem Gebiss verfallen.  Der Ehemann der V. habe von alldem nichts mitbekommen, sondern sich weiter an der V., ihrem Gebiss und dem durch den jungen Kollegen möglich gewordenem Tennisspiel erfreut. Der junge Kollege, aber nicht nur verliebt in die Zähne der V. sondern auch mit dem Hunger nach Erfolg begabt, eröffnete erst kürzlich im nicht weit entfernten Nachbarort eine Dependance. An den Wänden prangten, die glänzen, strahlend-weißen Zähne der V. in großformatigen Aufnahmen. Das Unglück oder die Karies, wie man so will, führten nun einen Patienten des Zahnarztes in die Dependance des so jungen wie begabten Kollegen. Dort traf er auf dem Behandlungsstuhl gurgelnd auf die schon bekannten Bilder des schönsten Gebisses der Welt. Bald darauf wusste es der Zahnarzt, dann der ganze Ort. Es ist noch nicht klar, ob die Ehe der V. zu retten sein wird, von einem Ultimatum des jungen Kollegen ist die Rede, schwerer aber noch als die eheliche Untreue, so der B. wiege für den Zahnarzt der Verrat am Exklusivrecht der Gebissfotografien. Der Junge Kollege verweigere die Herausgabe der Aufnahmen und hätte sich sogar erdreistet sich auf einen intimen, einzig mit der V. geteilten Moment zu berufen. Die Auseinandersetzung hält an. Die V. hingegen sei schmallippig geworden, sagt der B. Bei ihrer Begegnung am Flughafen hätte sie ihre perfekten, weiß schimmernd, perlweiß glänzenden Zähne nicht ein einziges Mal gezeigt.

Hello, Éire.

The village lays within silence. The sheep graze. It rains. The house looks exactly the same, just the garden silently grew back into wilderness. A pile of letters on the floor. A few cobwebs here and there. The grocer’s wife knocks against the window. „Read On“, she says: you are so skinny!“ Did they not feed you properly in India?“ Then I disappear in a massive embrace. The hugs of the grocer’s wife are mad of steel. When I am able to breathe again, she tells me that two men died ( lung cancer and heart attack), one neighbor is about to sell his house ( gambling ), the rooster of the neighbor at the right- hand end of the village died under suspicious circumstances and two people enquired if the house where I am living in is for sale. The grocer’s wife reassures me that she chased them away! I am in no doubt of that. „Indecent, city people“, she squeaks and shakes her head. „But I am from the city as well, grocer’s wife“, say I but the grocer’s wife shakes her head again; „you are one of us, Read On.“ I am afraid, I really blushed. ( The grocer’s wife knows perfectly which buttons she has to press.) She is really, really good at it. But the best news, she kept till the end: My daughter, she says now all proud mother, got acquainted with the electrician.The electrician comes from the neighboring village, is of good, even respectable family stock ( at least three generations of electricians), if not a direct line back to Thomas Edison. „That’s excellent news grocer’s wife say I and she beams of joy and glory. Before she leaves, she winks at me:“ Now the vet is all yours.“ (As if it would be that easy.) Of course she doesn’t leave without putting two of her massive and famous scones on the table. Before I manage to open the suitcase, the priest stops by: „just sayin‘ hello, Read On, good to have you back, looking a bit skinny, don’t you?“ Sorry for the ivy, gardener will take care of it next week, alright?“ I nod. „No worries about the ivy.“ ( The cemetery and my garden share a wall and loads of ivy.) During the next two hours, more neighbors stop by „just to say Hi and they all agree: „so skinny, Read on, didn’t they feed you well in India?“ Then I finally manage to sit down on the old armchair and look out of the window. The sun glows through the birch trees and covers the old oak tree in a gentle orange. On the kitchen table, in the middle of the news paper, where she is absolutely forbidden to sit, Queen Cat lies, and purrs. She does not look as she intends to leave soon. Among the letters I find a postcard from the vet: I stole all your strawberries and will be back at the beginning of October, it reads. Well then I think, hello back again, Éire.

As an exception in German- Infiziert

Damals, ich weiß es noch ganz genau, stand die Sonne tief am Himmel. Der Himmel war gar kein Himmel sondern ein tiefrot glühendes Fenster, ohne Anfang und ohne Ende. Alles verschluckte die rote Wand und auch Du warst nur noch ein Schatten, kaum mehr zu sehen in dieser Woge aus gleißendem Rot. Nichts war zu ahnen vom Kiefernwäldchen hinter dem Haus und auch der Kibbuz und seine Felder waren wie fortgewischt, da gab es nur dich und mich inmitten des brennenden Lichts. „Alles, sagtest Du und es klang hart, hallte durch das Haus mit seinen schmucklosen Wänden, die aus grauem Zement waren, du infizierst alles mit deiner Traurigkeit.“ „Was tut dir denn weh, fragte ich Dich?“, und ich wollte aufstehen, deinen Hals, deinen Kopf, deine Schultern berühren, so als könnte ich mit meinen Händen Deinen Satz wegwischen. Du aber schriest so laut und immer wieder diesen Satz: „du infizierst alles mit deiner Traurigkeit.“, dass ich nicht mehr aufstand, um dich, deine Arme, deinen Kopf oder deine Hände zu suchen. Dann ranntest du aus dem Haus, es war mir als würdest du geradewegs in die Sonne laufen, aber wohin du liefst, hast du mir nie gesagt. Ich bin damals auf dem Stuhl sitzen geblieben, ich strich mir über die Arme und Beine, und wenn ich gekonnt hätte, wäre ich in mich hineingekrochen, um mich vor dir zu verbergen. Auf dem Tisch stand ja noch meine Tasse, auf der Sofalehne lag noch mein Kleid und irgendwo im Bad eine Zahnbürste, nah an deiner. Lange saß ich auf dem Stuhl, so lange bis die Zypressen, die Felder, das Kiefernwäldchen, schließlich auch die Dächer des Kibbuz wieder hervortraten aus dem Licht. Lange schon war die Sonne untergegangen, bis ich dann endlich aufstand, die Tasse abspülte, merkwürdig genau darauf bedacht, nichts weiter anzurühren von deinen Dingen, das Kleid und die Zahnbürste und wohlmöglich auch noch andere Dinge, warf ich in den Müll. Die Fenster machte ich auf, eins nach dem anderen und der heiße, trockene Wind wehte hinein, vielleicht dachte ich damals, das trockener und heißer Wind ein gutes Desinfektionsmittel sei, und das es das beste sei, der Wind trüge den Rest meiner Anwesenheit fort aus deinem Haus. Dann lief ich so schnell ich konnte fort, lange und heiß duschte ich, als hätte heißes Wasser je gegen die Pestilienz geholfen. Alles steckst Du an mit Deiner Traurigkeit, hörte ich wieder und wieder in meinen Ohren und vergaß darüber, ob es das Wasser oder die Gedanken waren, die da rauschten. Zweimal noch haben wir uns gesehen nach diesem Nachmittag, zweimal noch bin ich in deinem Haus gewesen, das mit seinen rauhen Wänden und deinen weichen Händen, alles an Zuhause war, was ich je kannte. Zweimal noch schliefen wir miteinander, aber angesehen habe ich dich weder beim ersten noch beim letzten dieser zwei Male, ich sah lieber hinaus in das gleißende Licht. Ich habe dir nicht gesagt damals, dass ich nicht zurückkäme, du hast als ich zum letzten Mal in die Schuhe schlüpfte um mich auf den heißen Steinplatten deiner Terrasse nicht zu verbrennen, deine Worte nicht zurückgenommen, hast sie nie wiederholt, aber immer so gemeint. Lange schon hast du neue Frauen in dein Haus und auf deinen Schoß geholt, alt bist du heute und nicht nur älter, so wie damals und ganz sicher lachen die Mädchen und bewundern deine weichen Hände. Immer mal wieder haben wir uns gesehen, nie wieder bin ich in deinem Haus gewesen, fast alles worüber wir sprachen, habe ich vergessen, dieser eine Satz und die Traurigkeit sind mir geblieben.

Viele Jahre später ist der Himmel nicht mehr gleißend rot, sondern von einem trüben, bleiernem Grau. Das Zimmer in dem ich sitze ist weiß tapeziert und mein Verhältnis zu meinem Gegenüber eines ganz ohne Hände. Aber dennoch fürchte ich heute, das Du noch immer Recht hast, fürchte ich mich davor, die Traurigkeit weiterzugeben, als mein ewiger Begleiter, wohlmöglich auch als mein eigentliches Ich. Vielleicht aber ist auch nur die Traurigkeit übrig geblieben von jenen Jahren, mit gleißender Sonne, dem Kiefernwäldchen, den Zypressen und einer rauen Wand aus Zement an meinem Rücken.

As an exception in German- Auf der Flucht

Kalt war der Winter in dem ich nach Berlin kam. Eisig, eine Stadt überzogen von einer undurchdringlichen Schicht aus Eis und Schnee. Nie wieder habe ich so gefroren wie in jenem ersten Berliner Winter. Überzogen von einem eisigen Panzer aus undurchdringlicher Kälte schienen mir auch die Menschen, die hier lebten. Unvorstellbar war mir, dass in dieser Stadt Menschen leben sollten, die lachten und sich an den Händen hielten, und für ausgeschlossen hielt ich es, dass hier Menschen singen könnten anstatt nur zu bellen oder lauthals vor sich hin zu plärren. Abweisend auch die Häuser mit ihren grauen Fassaden, dem allerorten bröckelndem Putz und dem Geruch von Bohnerwachs und scharfen Reinigungsmitteln auf allen Fluren. Berlin, eine kalte Stadt, die aussah als sei der Zweite Weltkrieg nicht 1945, sondern vor fünf Minuten zu Ende gewesen, eine Stadt in der an jeder Ecke Trinker standen, die billigen Schnaps tranken und mir völlig unverständliches lallten, die ich vorbeilief und nie ganz wusste, ob eigentlich ich oder sie es waren, die in jenem Haus wohnten zu dem ich doch den Schlüssel hatte. Unvergessen auch das höhnische Lachen eines Bettlers, der bersten wollte vor Lachen als ich auf vereister Straße hinschlug und mit Mühe nur wieder aufstand. Lange ist sein Lachen, herzhaft und froh mir in den Ohren geklungen. Eines Abends aber in jenem ersten Jahr, saß ich mit Bekannten die vielleicht Freunde werden würden an einem gedeckten Tisch. Noch immer kann ich den Tisch vor mir sehen, sehe die Gläser, die Teller, das sorgfältig angerichtete Essen und die lachenden Gesichter der Gäste. Vergessen aber habe ich, wie das Gespräch wohl auf Flüchtlinge kam, aber gesprochen wurde lange und viel von ihnen. Von Großvätern aus Schlesien und Großmüttern aus Ostpreußen, von den Geschichten, die alle mit übers Haff oder auf’m Treck anfingen, von den Liedern der Großeltern, vom gerollten R und von den  Gerichten, die für die, die erzählten, Heimat war. Geschichten waren es vom Alles verloren, vom grässlichen Bauern, der die Tür zuschlug, und vom guten Bauern, der doch den Spalt offen ließ und manchmal sogar noch einen Brotkanten abgab. Die Enkel, die da erzählten hegten ganz sicher keine Gefühle für ein längst vergessenes Dorf in der Bukowina oder einen Speicher in Stettin, sondern erzählten durchaus mit Stolz in der Stimme von den Großeltern, den Geliebten wie Ungeliebten und ihrer Fähigkeit den schlechten Zeiten doch ihr bestes abzuringen. Da saß ich und hörte zu, drehte wohl auch ein Glas in den Händen, denn diese Geschichten sind nicht meine Geschichten. Irgendwann an diesem Abend, in dem die Großeltern durch die Enkel zur Tür hereinkamen, übers Haff sozusagen, sagte einer und er sagte es nicht leise, sondern eben als einer, der es weiß, dass die Juden nach dem Krieg ja schon wieder in Fünfzimmerwohnungen lebten. Unangenehm war die Stille, die folgte und alle sahen mich an, die ich doch Jude bin und was sie von mir erwarteten, weiß ich nicht. Das Glas fiel mir aus der Hand und ich stand auf und ging. Nie wieder habe ich mich auf Anrufe gemeldet, einen Brief der irgendwann kam, habe ich ungelesen in den Papierkorb geworfen. Meine Großmutter, aber die aus dem Lager zurückkam, als einzige zurückkam, fand das Haus ihrer Familie belegt mit Flüchtlingen, die sie vom Hof warfen: „Ihr Juden seid doch alle tot.“ Ob es ein schöner Abend war, fragte mich jene Großmutter als ich zur Tür hereinkam. Es ist kalt, sagte ich, glaube ich, aber ich mag mich irren.

Für viele Stunden sitze ich an einem Tisch, in einer jener Erstaufnahmeeinrichtungen, die es jetzt und nicht nur in Berlin zuhauf gibt. Ich übersetze so lange bis mir die Worte im Mund zerfallen. Die vielen. älteren Frauen der Kirchgemeinde aber, die Kleider sortieren oder mit den Kindern spielen oder Wasser und Obst verpacken, sprechen über die Flucht. Vom Treck, von der Angst der Mutter vor’m Russen, das man jetzt helfen müsse, sie erzählen wieder und wieder vom guten Bauer und bösen Bauern und vom Schlesierlied und der Linde auf dem Marktplatz. Ich wünschte, ich könnte mir die Ohren zu halten, und kann doch nicht aufstehen, von meinem Tisch und den vielen, vielen Menschen, die wie die alten Damen sagen, doch alle Flüchtlinge sind so wie wir, damals, so wie wir.

Nachts um vier wache ich auf. Seit so vielen Jahren immer derselbe Traum. Mit der Stirn lehne ich gegen das kühle Fensterglas und sehe hinab auf die stille Straße. Lange Zeit sehe ich niemanden und dann doch urplötzlich höre ich einen Mann rufen: „Anna, Anna“, aber Anna schreit: „Lass mich“, durch die dunkle Nacht. Wieder und wieder ruft der Mann nach Anna und ich frage mich, ob man nicht eigentlich die Polizei rufen müsste, aber dann schreit Anna zurück und es gellt über die Straße, und wäre ich nicht so müde, ich riefe Anna und dem namenlosen Mann vom Balkon aus zu, das eine Beziehung noch nie, nachts um Vier geklärt wurde. Zehn Minuten liegt die Straße wieder in der Stille. Die ganze Welt, denke ich, scheint auf der Flucht zu sein in diesen Tagen.

Prunes

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The elderly couple that owns the garden moved away a few years ago. Or better the children cleared the house before the parents followed. All of this happened in a hurry, the parents disappeared  nearly as quickly as the carpets, cupboards and porcelain cats, who sat for a lifetime on the broad  windowsills. The children were not interested in the garden that still today is not directly attached to the house. The garden once a paradise lies a bit backward behind a wooden fence. Still today, the keys for the garden are in the brown bowl close to my door. Being absent during the summer months means to find the garden in a state of wilderness. I would not be surprised when soon monkeys and tigers will appear from the depths of the thick and green grass and shrubbery. Last year the children sent a company and the men who brought beer bottles and heavy machinery, cut down all the trees beside of one, old-aged plum tree. The plum tree looks exactly like one of those trees you can admire on Japanese prints. Often I come in spring to sit under its crown and I spent countless hours reading while leaning with my back against its trunk. Every September I search in the cellar for the two big brown baskets and the wooden ladder and for long hours I lean half on the ladder and half on the tree, filling my apron with plums till the two brown wooden baskets are overloaded with plums. I make plum juice with lemon, I make various kinds of plum jam with vanilla or lemon zest. I make plum soup and a few hands full of plums I fish and raw, the sweet juice dripping down from chin. Three glasses of plum jam I send to the elderly couple that lives so far away now from the tree and its shadow and I honestly doubt if they ever get to see fresh plums in their residence. But the two last kilogram of plums I use to make a cake. But it is not an ordinary plum-cake but my attempt that- of course- always fails to make the exact same plum cake as my grandmother did. My grandmother was the most impatient person that was ever born, but when it came to baking she had patience enough for a world to last. A swiss roll she said, is the quickest cake ever made, not longer than half an hour from making the dough to the oven, an excellent idea for guests coming at short notice. Whenever I make a swiss roll, I fight for hours against the stubborn dough that never is as smote as it should be to make a  nice looking roll. My grandmother just shook her head whenever I cursed yeast that did not want to rise or laughed at my inability to whip cream the way she did. My grandmother’s whipped cream was as hard as concrete and consisted of a secret ingredient she never told me. However, the plum-cake was another of those cakes prepared at short notice. Two large bowls of flour you need, that should make together 400 grams. Take handful then and make a hollow, for the yeast either dry or fresh, warm up a cup of milk and stir the ingredients carefully together with your fingers. This is of importance my grandmother and I swear she was the queen of the plum-cake, only ever used her fingers to prepare the dough. „The dough, my child she said, is living thing.“ Let the prepared piece rest for fifteen minutes. In fifteen minutes you can read Bert Brechts poem the plum-tree or you can read the poem while removing the stones from the prunes. Cut the prunes from both sides on the top and while doing so eat one or two and lick up the juice from your chin. Then get back to your dough and add one egg, two egg yolks, orange zest, 80 gram of brown sugar, the rest of the flour and a good, big cup of lukewarm milk, knead the dough again with your hands, not too angry and not too soft, then let the dough rest again and rest yourself. Twenty minutes later you spread the dough on a greased baking tray and arrange the prunes as you like them best. Bake the cake in the preheated oven ( 180 Degrees ) for twenty minutes, but five minutes before you take out the cake of the oven, sprinkle cinnamon and sugar over the cake and be careful prune juice tends to think he is a cousin of the Vesuvius. Lukewarm and fresh out of the oven, the cake tastes as its best. Even if it still does not taste the same way as when my grandmother made it, looking at me, smiling and saying that nothing is easier than this.

Delhi Diary-In words

It is not enough. It is never enough. 18 hours a day is not enough. Three, thirteen or thirty-three months are not enough. Maybe a lifetime or two. Here, nobody comes. It is even hard to know the address. No politicians, no David Cameron, no Angela Merkel will ever come to visit. The public opinion does not care. But everybody cares about cheap t-shirts and cheap shoes. Here you meet their producers, sewing, dyeing and cutting your clothes for a salary that is no salary at all. Your technological equipment, long abandoned for a much newer version lives on here. the children of the slum are picking garbage and electronic scrap has quite a bit of value. It is quite surprising that the slum is such a big garbage pit for European waste and not as all angry men and women, who write to me assume, a consequence of Indian disarray. Since Independence in 1947 there has been no famine in India. In the slum you will not find pictures of nearly starved to death bodies or children sitting apathetically on the ground with flies in their eyes. In the slum you will see women, children and men who are constantly hungry, who do not the know feeling of being not hungry and who are malnourished. It is quite commonplace to see a family, who eats nothing than boiled chickpeas, for breakfast, lunch and dinner. No, nothing goes with the chickpeas. Just chickpeas. Hunger is an endemic phenomenon. The numbers vary but in the slum it is not 30 or 50 percent, it is 100 percent of all children, who are underweight. And yes hunger is a bigger threat for children in India than for those in subsaharan Africa. Maternal underweight leads to the consequence that I never, not even once saw a baby born that was not underweight. A striking feature of the persistence of this situation is the public attention it gets. It doesn’t get any. Poverty is dangerous state, most people in the slum are unable to afford a gas cylinder , where they can cook on, still many people use wood fire and most often it is the children, who have to tend the fire, day after day burns have to be treated. The most common diseases in the slum are all hunger and hygiene related, diarrhea is one of the highest killers of newborn babies and the spread of inflectional diseases is unsurprisingly closely related. there are no toilets, no sewage, no garbage collection and there is no clean, meaning filtered water. Electrocution due to unsafe electricity lines and unearthed plugs is a second and massive threat. Stray dogs and most often aggressive monkeys are a threat for those, who sleep outside on the streets of the slum. No it is not like in the movies. And yes at least three times a day I want to leave. There are not such things as easy solutions and often it feels as if I am pouring water on simmering hot stones. Of course nothing I do is right. Of course I surrounded by experts, who know everything and do know everything better, just because they eat Chicken Tikka once a week. From one side I get angry emails accusing me that I waste the honest taxpayer’s money on Indian streets. They angrily shout and bark at me for them the children are thieves, the men tricksters and the women mixture of both. I am and this a direct quote “ am a nasty piece of sh*t that works on the downfall of civilization.“ The other side and both sides have much time to write lengthy epistles accuse me of a want to show off, to suppress the people even further though my mere presence and to represent white dominance and of course would do this anyway to click good-looking pictures of myself. If I would not be so tired I would laugh heartily at them and envy their simplistic view on the world. In reality I always look wrecked and sweaty, in reality it is a painstaking attempt not to give up, not to be overwhelmed by problems and their complexity, to think things through under enormous pressure, to cash in own money for years because development aid and projects for women and children are always, always, always under threat. It is frustrating and means a lot of talking with the people living in the slums, it means being thrown into conflicts between religions, between outbreaks of violence and again and again trying not to drown in a lake of hopelessness. It means listening and listening and listening again. No, I do not expect any thankfulness. I am still a firm believer that every woman, every child, every man counts. One world for all of us.

Thanks to all of you, who have been reading and commenting the Delhi Diary, I felt in very good company with all of you, I felt braver and happier and very much grateful that you accompanied me on my way. Namasté

Ihnen allen, die Sie meine Zeit in Delhi begleitet haben, mein herzlichster Dank. Ich habe mich wohlbegleitet gefühlt, all Ihre Kommentare gerne und wieder gelesen, und mich sehr gefreut, das mit kommen wollten nach Delhi und in einen Slum in der Mitte der großen Stadt. Namasté.

Now in bed for at least a week or so.

Delhi Diary-In numbers

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One toilet for more than 10.000 people.

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One house for a family of seven. No door, just a curtain.

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Uncountable electricity lines.

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Six pairs of white trainers.  200 people under the roof.

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A mountain of cookies multiply by many, many more. Day after day.

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A river of milk, multiply by many, many more canisters. Day after day.

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Every girl, every child, every woman, every man counts.